Als Nilpferd unter Giraffen

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Weißt du, was besonders frustrierend ist, wenn du als Nilpferd in einer Gemeinschaft aus Giraffen leben musst?

Erst bekommst du ständig die Rückmeldung, dass du falsch bist, du gefälligst an deinen Mankos (zu kurzer Hals, zu ungrazile Figur, zu kurze Beine usw.) arbeiten sollst, gefälligst lernen sollst, wie eine Giraffe zu sein.

Dann tust du alles dafür, reißt dir den Arsch auf, reckst den Hals bis es vor Schmerz nicht mehr auszuhalten ist und und und… Und irgendwann schaffst du es, mit ständig jeder Menge Energieaufwand tatsächlich giraffiger zu wirken, als Nilpferd nicht mehr so aufzufallen unter den Giraffen.

Und dann? Dann bekommst du die Rückmeldung: „Du willst ein Nilpferd sein? Anders? Ach komm, du siehst aus wie eine Giraffe, du benimmst dich wie eine Giraffe, du kannst tun, was eine Giraffe tun kann, du bist niemals ein Nilpferd! Nun bilde dir mal nix ein! Das ist doch alles nur moderner Quatsch! Jeder will heute irgendwie anders sein. Bullshit!“

Und eigentlich solltest du ja stolz auf dich sein, dich ja freuen, dass dir das alles so gut gelungen ist, du diese Anpassungsleistung ständig so gut erbringst, dass es niemand mehr auffällt, dass du – untendrunter – ein Nilpferd bist.

Aber irgendwie bleiben dir der Stolz darüber und die Freude im Halse stecken. So sehr, dass du fast dran erstickst.

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