Nordlichter – Wenn der Himmel Geschichten erzählt

Schon wieder ein neues Jahr 😉 Ich wünsche euch allen nur das Beste für 2026!

Hier oben im hohen Norden wird zum Glück nicht „geballert“. Zumindest sehr selten. Dafür hat der Himmel gerade jetzt im Winter viel zu bieten: Nordlichter!

Es ist schon etwas Tolles, wenn man diese sogar vom Sessel im Wohnzimmer beobachten kann! Ein wunderschön mystisches Gefühl. Deshalb möchte ich euch ein bisschen über die Mystik der Nordlichter erzählen.

Es gibt kaum ein Naturphänomen, das die Menschen seit Jahrhunderten so sehr verzaubert wie die Nordlichter. Wenn grüne, violette oder rote Schleier lautlos über den Nachthimmel tanzen, scheint es, als öffne sich für einen Moment eine andere Welt. Lange bevor die Wissenschaft erklärte, wie dieses Licht entsteht, suchten die Menschen nach Sinn – und fanden ihn in Mythen, Legenden und Göttergeschichten.

Die tanzenden Geister des Nordens

Für viele indigene Völker des Nordens waren die Nordlichter lebendige Wesen. Die Samen in Lappland glaubten, dass es sich um die Seelen der Verstorbenen handelte. Aus Ehrfurcht vermied man es, unter den Lichtern zu pfeifen oder laut zu sprechen, denn man fürchtete, sie könnten herabsteigen und die Menschen holen. Die Aurora war hier weniger ein Schauspiel als eine Erinnerung daran, dass die Welt der Lebenden und die der Geister eng miteinander verbunden sind.

Götterfeuer und Himmelsbrücken

In der nordischen Mythologie galten die Nordlichter oft als Spiegel göttlicher Macht. Manche sahen in ihnen das Leuchten von Bifröst, der Regenbogenbrücke, die Midgard mit Asgard verband. Andere glaubten, es sei das Licht der Walküren, deren Rüstungen im Himmel glänzten, während sie gefallene Krieger nach Walhall führten. Die Lichter wurden so zum Zeichen von Mut, Tod und ewiger Ehre.

Botschaften aus der Geisterwelt

Auch in Nordamerika erzählten sich die Inuit eigene Geschichten. Für sie waren die Nordlichter häufig die Seelen von Tieren oder Ahnen, die am Himmel spielten, tanzten oder sogar mit einem Totenschädel Fußball spielten. Diese Vorstellung verlieh dem Himmel etwas Verspieltes – aber auch Respektvolles, denn die Geister beobachteten stets das Leben der Menschen.

Vorzeichen, Warnung oder Segen?

In anderen Kulturen wurden Nordlichter mit gemischten Gefühlen betrachtet. In Teilen Sibiriens galten sie als Omen für kommende Ereignisse, manchmal als Warnung vor Krieg oder Krankheit, manchmal als Zeichen besonderer Zeiten. In Finnland erzählte man sich hingegen die Legende vom „Revontulet“, dem Fuchsfeuer: Ein magischer Fuchs soll mit seinem Schwanz Funken in den Himmel geschlagen haben, aus denen das Nordlicht entstand.

Wissenschaft trifft Staunen

Heute wissen wir, dass Nordlichter entstehen, wenn geladene Teilchen der Sonne auf die Erdatmosphäre treffen. Doch selbst mit dieser Erklärung verlieren sie nichts von ihrer Magie. Vielleicht, weil sie uns daran erinnern, dass der Mensch seit jeher versucht, das Unfassbare zu verstehen – zuerst mit Geschichten, später mit Formeln.

Ein Himmel voller Erinnerungen

Nordlichter sind mehr als ein Naturphänomen. Sie sind ein kulturelles Gedächtnis, gespeist aus Hoffnung, Furcht, Ehrfurcht und Fantasie. Wenn sie am Himmel erscheinen, verbinden sie Vergangenheit und Gegenwart – und erzählen uns leise von all den Menschen, die vor uns nach oben geschaut und sich gefragt haben, welche Geheimnisse dort oben verborgen liegen.

62° Nord

Mein Lieblingsplatz gleich um die Ecke 🙂

Nun hat es doch noch etwas gedauert, bis es hier weiter geht. Aber nun …

Vor gut sechs Jahren kam ich morgens vom Nachtdienst nach Hause und fand meinen Mann tot vor. Mein Lieblingsmensch war gegangen. Unsere Pläne, unsere gemeinsame Zukunft: Weg. Vorbei.

Es folgte erstmal ein weiter so wie immer. Doch mein Gesundheitszustand verschlechterte sich drastisch. Arbeitsunfähigkeit, Ärztetournee, Reha. Medikamente und noch mehr Medikamente. Doch es wurde schlechter statt besser.

Weiter so? Oder vorzeitig in Rente, weniger Geld, aber mehr Freiheit?

Die Entscheidung fiel mir nicht mehr schwer. Wenn mir eins durch Wolfs Tod mehr als bewusst geworden war, dann, wenn du etwas möchtest, dann tue es jetzt. Du weißt nie, ob es ein Morgen geben wird.

Hej Schweden!

Also jetzt oder nie! Traum wahr machen! In Deutschland alles verkaufen, nur das Nötigste einpacken und Richtung Norden.

Da bin ich nun. 62° Nord. Dort, wo es im Sommer nicht wirklich dunkel wird. Und im Winter die Nächte – dank Schnee – erstaunlich hell sind. Schnee! Mein geliebter Schnee. Hier gibt es genug 😉

Dort, wo das Nordlicht durchs Wohnzimmerfenster scheint.

Hier kommt im Winter das Rotwild auf die Veranda. Hier bahnst du dir im Winter den Weg zum Einkaufen durch Rentiere und musst brav warten, bis der Elch die Straße frei macht. Und wenn du genau hinschaust, siehst du zwischen den Bäumen einen Bären.

Hier hat jeder seinen eigenen See. Oder zwei. Oder drei 😉 Hier kommen nicht mal 2 Menschen auf den Quadratkilometer. Man kann sich also prima aus dem Weg gehen 😉

Meine Welt. Es war schon immer meine Welt. Aber jetzt endlich lebe ich hier.

Nun lebe ich MEIN Leben. Morgens beim Kaffee auf der Veranda überlegen, was man denn nun so mit dem Tag anstellen möchte. Fauler Tag zuhause? Lesen? Rumfahren und neue Wege entdecken? Neue Orte? Am See sitzen und angeln? Möglichkeiten über Möglichkeiten.

Aber ich lebe nicht allein hier. Ich habe eine treue Freundin dabei! Smilla, meine Dackeline 🙂 Sie teilt mit mir …

Mein Paradies

Ja, ich bin lange nicht so fit, wie ich es gern wäre. Aber, hey, für alles gibt es Workarounds.

Ich glaube, es war Willy Meurer, der so treffend bemerkte: „Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.“

Ich bin glücklich. Frei.

Und was erwartet euch hier nun zukünftig?
Wozu ich auch immer Lust habe. Bilder von kleinen Trips in die Umgebung. Oder auch mal ein politischer Rant. Was eben so anfällt.
Wir leben ja in interessanten Zeiten. War „mögest du in interessanten Zeiten leben“ nicht ein chinesischer Fluch?

Egal. Gucken wir mal.