Ölbachtal & Augustdorfer Dünenfeld

Nachdem ich heute jede Menge öden Behördenkram erledigen musste, habe ich mir einen kleinen Spaziergang durchs Ölbachtal und Augustdorfer Dünenfeld mit blökenden Schafen und jede Menge Gezwitscher gegönnt. Also kurz mal durch die Prärie hinterm Haus 😉 Hatte als Knippse nur das Handy dabei, aber sind trotzdem ein paar ganz nette Bilder geworden 😉 Es ist wirklich wunderschön da! Ein bisschen Geräuschkulisse habe ich auch für euch eingefangen:

Etwas leise und kurz, die blökenden Schafe sind leider nicht mit drauf, sonst hätte man den Rest gar nicht mehr gehört 😉

Wer die Bilder gern etwas größer hätte, findet sie >>hier<<

Guten Rutsch!

Happy New Year

Ihr Lieben, rutscht alle gut rüber! 😉 Ich wünsche euch nur das Beste für 2018! ♥

Solche – gedachten – Enden und Neuanfänge sind für mich immer ein guter Anlass, Re­sü­mee zu ziehen.  Und mir bewusst zu machen: Du und alle, die du kennst, werden schon bald tot sein. Diese Zeitspanne zwischen hier und dort ist verdammt kurz. Um so wertvoller ist jeder Augenblick und um so mehr sollte man sich überlegen, ob das, was man gerade tut, denkt etc., es wirklich wert ist, diese kurze Zeit, die einem bleibt, damit zu verbringen.

Von Jahr zu Jahr finde ich mehr, das es nicht wert ist. Und mehr, das es voll und ganz wert ist.

Geduld mit denen, die keine mit mir haben, ist es nicht wert. Ebenso wenig, Dinge zu tun, nur um anderen zu gefallen, insbesondere, wenn die einen Scheiß auf einen geben 😉 Ärgern ist es sowieso nicht wert, hassen schon gar nicht (auch wenn der Hass gut begründet ist, er kettet einen nur an etwas, das schmerzt und man lieber gehen lassen sollte, wenn man sich eine gute Zeit für sich wünscht). Was mir missfällt oder weh tut, ist es (allermeist 😉 ) auch nicht wert. Etwas tun, hinter dem ich in diesem Moment des Tuns nicht wirklich stehe, ist es nicht wert. Etwas bereuen, auch nicht, es ändert nichts mehr und hindert allzu leicht daran, etwas Neues zu probieren, seines Weges weiter zu gehen.

Ich möchte diese rare Zeit nicht mit Menschen verschwenden, die lügen und manipulieren, mit ihrem billigen Lob, ihrer Heuchelei, ihren Schuldzuweisungen usw., nicht mit starren und unflexiblen Persönlichkeiten. Schon gar nicht mit mir gegenüber illoyalen Menschen. Oder Menschen, die erwarten, dass ich mich nach ihren Vorstellungen verstelle, mir vorschreiben wollen, wie ich zu sein habe.

Was ist es nun wert? Lieben und leben! Mein Wolf! ♥

Menschen, mit denen ich ich selbst sein kann. Menschen, die mit mir durch dick und dünn gehen, mit denen ich Pferde stehlen kann 😉 Mit denen ich Scheiß bauen kann, verrückt sein, fies 😉 , über die Welt fluchen kann und dann drüber lachen, mit denen ich gleichermaßen traurig und glücklich sein, in die Tiefe gehen kann. Abgründe erforschen kann. Echtheit ist es immer wert. Und genießen natürlich 😉

Und allein mit mir sein, sowieso! Einfach nur da sitzen und Musik lauschen. Abtauchen. Ein Buch lesen. Sinnieren. Die Nacht zum Tage machen. Ein gutes Glas Single Malt. Oder Roten. Oder Bier. Ein leckeres Steak, gutes Essen & Trinken überhaupt. Binge Watching 😉 Grinsen, richtig fett. Zwinkern 😉 Ein fuck it aus tiefstem Herzen ist es auch immer wert! [To be continued]

Ach, ich könnte jetzt noch so viel schreiben, aber ich möchte noch vor Mitternacht fertig werden 😉

Was fehlt jetzt noch? Ein kluges Zitat natürlich!

Man sagt, heute sei Neujahr. Punkt 24 Uhr sei die Grenze zwischen dem alten und dem neuen Jahr. Aber so einfach ist das nicht. Ob ein Jahr neu wird, liegt nicht am Kalender, nicht an der Uhr. Ob ein Jahr neu wird, liegt an uns. Ob wir es neu machen, ob wir neu anfangen zu denken, ob wir neu anfangen zu sprechen, ob wir neu anfangen zu leben.

Johann Wilhelm Wilms

Und last but not least einer meiner Lieblingssprüche:

Don’t worry about life, you’re not going to survive it anyway.

In diesem Sinne der wohl einzig wirklich gute Vorsatz fürs neue Jahr: Tue, was dich glücklich macht! 😉

Endlich Mittsommer!

SommersonnenwendeSommersonnenwende. Ich liebe diesen Tag, er ist so voller Hoffnung! Ab jetzt werden die Nächte endlich wieder länger! Dieser heiße, grelle Sommer ist angezählt, bald ist es wieder Herbst, wundervoll kühl und Nebel hüllt alles watteweich ein. Regentropfen klatschen ans Fenster und der Wind heult ums Haus. Und dann, lang ersehnt, kommt der Winter mit seinen wundervollen, langen, dunklen, kalten Nächten! Und Schnee…. Die Menschen verziehen sich wieder in ihre Häuser, es wird stiller draußen, leerer… *schwelg* *träum*

Kopfüberbaum

Kopfüberbaum - BaobabEs lag hier schon einige Zeit, dieses Buch, und ich hatte mir vorgenommen, es während meiner Urlaubstage zu lesen. Andererseits dachte ich mir dann: „Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, willst du das wirklich im Urlaub? Es gibt ja wohl schönere Themen für diesen Zweck.“

Aber da war auch immer wieder diese Stimme in meinem Kopf: „Lies es! Es wird dir gefallen!“ Wie sollte einem so ein Thema „gefallen“ können? Zudem nicht als Sach-/Fachbuch, das leicht den Abstand wahren lässt, nicht beruflich, sondern als persönliche Geschichte, die sicher Resonanz in mir hervorruft. Was diese Stimmen in meinem Kopf eben manchmal so für seltsames Zeugs reden 😉

Wie allermeist bei mir siegte die Neugier über alle Bedenken. Die Lesebrille geputzt, den großen Thermokaffeepott randvoll mit dieser tiefschwarzen Köstlichkeit, machte ich es mir auf der Couch bequem: Bereit für ein neues Leseabenteuer 😉

Es wurde tatsächlich eins, schon nach wenigen Zeilen tauchte ich gebannt und gespannt in diese Geschichte ein, vergaß alles um mich und wollte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich ging mit Thordis und Tom auf die Reise und ihre Reise wurde auch meine Reise. Dass dies so geschah, liegt sicher zu einem guten Teil in mir, meinen Erfahrungen und Erlebnissen, und wird bei anderen ganz anders sein, aber es liegt auch an der Art, wie diese Geschichte erzählt wird, den gewählten Worten, den sehr bildhaften Beschreibungen – alles in Allem: Mitreißend. Berührend. Mitfühlend.

Die Worte, die Gedanken, all dies weckte bei mir ein Gefühl von Vertrautheit und Verbundenheit. Fast ständig rief da etwas in mir „Ja!“, „Genau!“ und „Sag ich doch!“. Und dies betrifft beide Autoren, ich fand – finde – meine Gedanken, meine Gefühle bei beiden wieder, konnte mit beiden mitfühlen, mich in beide hinein versetzen.

An dieser Stelle nun noch ein paar Zitate, wobei es mir schwer fällt, nur ein paar zu zitieren, da da so vieles ist, was ich dessen würdig finde.

Das, was wohl über allem steht, alles umfasst (und Gewalt meint hier für mich auch die Rache, der sehr verständliche Wunsch nach Rache nach einer Verletzung durch jemanden, des Weiteren betrifft es auch das sich selbst Verurteilen):

Gewalt ist nie eine Lösung – Verurteilung verhindert Verstehen, und ohne Verstehen werden wir nichts lernen.

Vergebung ist ein Thema, das mich, so lange ich eigentlich denken kann, sehr beschäftigt. Selten fand ich meine Ansichten dazu bei anderen wieder, aber so punktgenau meine Gedanken dazu treffend, wie Thordis Elva es hier schreibt, habe ich es bisher nirgendwo gelesen:

Vergebung ist die einzige Möglichkeit, sage ich mir, denn egal, ob er meine Vergebung verdient hat oder nicht, ich habe es verdient, meinen Frieden zu finden. Denn ich tue das für mich. Es macht mich wütend, wie die Religionen die Vergebung usurpiert und wie die selbst ernannten Hüter der Moral ein scheinheiliges Konzept daraus gemacht haben. Was für eine beschissene Sache, dieses Konzept vom Gewissen. Meine Vergebung ist weder selbstlos noch aufopferungsvoll und erst recht nicht heldenhaft. Sie wird nicht von Engelschören begleitet, und ich halte auch nicht die andere Wange hin. Meine Vergebung ist noch weißglühend vom Schleifstein, und sie dient dazu, die Bindung zu kappen, denn wenn ich das alles ein für alle Mal loslassen kann, wird es mir viel, viel besser gehen, davon bin ich überzeugt. Reiner Selbsterhaltungstrieb.

Das folgende Zitat lasse ich mir vielleicht mal auf den Unterarm tätowieren 😉

Verleugnung ist ein grausamer Lehrmeister.

Wir neigen dazu, Menschen mit Etiketten zu versehen, „Täter“ oder „Opfer“ in großen Lettern auf ihre Stirn zu brennen. Für immer. In alle Ewigkeit. Das wird aber weder der Sache noch den Menschen gerecht. Und hilfreich ist es schon gar nicht.

Damit die Menschen diese Art von Missbrauch besser verstehen können, brauchen sie ein dreidimensionales Bild der Täter und nicht das der zweidimensionalen stereotypen »Monster«, die durch diese Überhöhung auf ein Podest gehoben werden, dass man das eigentliche Verbrechen darüber fast aus den Augen verliert. Das würde eine Welle lostreten und würde unendliche viele Möglichkeiten eröffnen. Es könnte ums Gesamtbild gehen. […]

Aber genau deshalb ist es so wichtig, ein Zeichen zu setzen. Der Welt zu zeigen, dass Menschen, die an beiden Enden der Skala sexueller Gewalt waren, ob nun als Täter oder als Opfer, keine seelenlosen Ungeheuer oder irgendwie beschädigt sind. Sie sind Menschen, nicht perfekt, nicht unfehlbar, aber unverkennbar menschliche Wesen wie du und ich, mit eigenen Gedanken, einem Beruf, einer Geschichte, einem Lebensstil und ihren eigenen Überzeugungen. Menschen, die ihre Steuern bezahlen und ihre Familien lieben und Fehler machen und Nachbarn sind.

Zum Thema Macht, schön auf den Punkt gebracht:

Der Drang, Macht über jemanden auszuüben, ist Ausdruck von Angst, Gier und Eigennutz. Er erwächst aus der Angst vor dem, was du nicht weißt und nicht kontrollieren kannst, und basiert auf Unsicherheit, die dich blind macht.

Das passt doch auch wunderschön zum Thema Religionen, oder? 😉

Und noch etwas zur Gewalt:

Gewalt entsteht nicht in einem Vakuum. Sie hat soziale Gründe und Folgen, die wir in unsere Gespräche einbeziehen müssen. Verschweigen ist Teil des Problems.

Das Folgende ist auch so eine Stelle, wo ich aus tiefstem Inneren zustimmen kann:

Scham ist ein Gefühl, das keine Früchte trägt. Sie ist eine Brutstätte für Zerstörung, lässt einen verstummen und behindert das emotionale Wachstum. Wut ist ein aktives Gefühl, das sogar konstruktiv sein kann, wenn es als Ventil dient. Scham kann das nicht. Falls du Scham empfindest, musst du da anfangen, an dir zu arbeiten, und das Krebsgeschwür entfernen.

Ich nenne es lieber Zorn statt Wut. Nun gut.

Bevor ich jetzt doch noch in Gefahr gerate, das ganze Buch zu zitieren 😉 , zum Abschluss ein Zitat, das mich in meinen dunkelsten Zeiten, in denen ich mich am liebsten in den dunkelsten Ecken rum trieb und mich nur bei all den Freaks wirklich zu Hause und geborgen fühlte, gut beschreibt.

Lang, lang ist’s her. In dieser Zeit habe ich mindestens so viel, wenn nicht viel mehr über Menschen und auch mich erfahren, als im Psychologiestudium 😉 Und immer noch sind es die Freaks, denen ich mich verbunden fühle, zu denen ich mich auch – immer noch – zähle. Auch wenn die Qualität heute eine andere ist, das damalige Feeling ist nicht wirklich verschwunden, auch wenn ich mit Vielem von damals glücklicherweise längst abgeschlossen habe.

Nach und nach bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich ein Freak bin und nirgendwo hinpasse. Also habe ich angefangen, nach anderen Sonderlingen Ausschau zu halten, nach Typen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Außenseiter waren – Drogenabhängige oder sonst wie labile Gestalten. Ich hatte gehofft, dass ich in ihrer Gesellschaft das Gefühl hätte, irgendwohin zu gehören und auch irgendwie ›normal‹ zu sein.

Und warum steht da oben jetzt als Titel „Kopfüberbaum“? Weil dieser, der Baobab, im Buch eine wichtige Rolle spielt.

Bei Wikipedia steht zu ihm:

Nach einer in Afrika weit verbreiteten Vorstellung riss der Teufel den Baum aus und steckte ihn anschließend mit den Zweigen zuerst in den Boden, so dass die Wurzeln nun in die Luft ragen. Einer anderen Erzählung zufolge wollte der Baum bei seiner Entstehung schöner als alle anderen Bäume werden. Als ihm dies jedoch nicht gelang, steckte er seinen Kopf in die Erde und das Wurzelwerk ragte gegen den Himmel. Aus dem Reich der Schöpfungsmythologie erschließt sich uns eine weitere Erklärung: Als am Anbeginn der Welt die Hyäne beim ersten Blick ins spiegelnde Wasser ihre eigene Hässlichkeit erkannte, war sie darüber sehr erzürnt. Sie riss einen Baobab aus und schleuderte ihn gen Himmel, um ihren Schöpfer zu treffen, der ihr dies angetan hatte. Der Baum jedoch verfehlte sein Ziel, stürzte zurück zur Erde, blieb dort umgekehrt im Boden stecken und wächst seither mit den Wurzeln nach oben.

Als Sitz von Göttern und Geistern spielt er außerdem in einer Reihe weiterer afrikanischer Legenden und Sagen eine Rolle.

[…] Orte mit „heiligen“ Baobabs werden oftmals als Sinnbild des Garten Eden verwendet.

Das gefällt mir ungemein! 😉 Ich muss mal gucken, ob ich mir einen Kopfüberbaum als Bonsai ziehen kann 😉

Wer mehr wissen will, muss das Buch lesen, ich kann ja nicht alles verraten 😉

Last but not least nun: Von welchem Buch spricht die eigentlich? 😉 Dem hier:

Eine Frau, ein Mann, eine Vergewaltigung – und der schwierige Weg von Gewalt zu Versöhnung: Erstmals schreiben ein Vergewaltigungs-Opfer und ein Täter gemeinsam ihre Geschichte auf. Ein tief berührendes Memoir ist entstanden über Schuld, Vertrauen und Vergebung.

Thordis Elva, Tom Stranger: „South of Forgiveness“

Oder auf Deutsch: „Ich will dir in die Augen sehen“ (Wieder mal ist der englische Originaltitel um Längen schöner … )

Bei TED gibt es einen knapp zwanzig minütigen Vortrag von Thordis Elva und Tom Stranger: >> Klick<<

Er schließt mit den Worten:

Der Großteil sexueller Gewalt gegen Frauen und Männer wird von Männern verursacht. Und dennoch sind ihre Meinungen zu diesem Thema viel zu schwach vertreten. Es werden hierbei jedoch alle benötigt. Denken Sie nur an all das Leid, das wir lindern könnten, wenn wir uns trauen würden, dem Problem gemeinsam gegenüberzutreten.

So ist es.

Beiden Autoren gebührt großes Lob, beide beweisen großen Mut und viel Stärke. Ein solch tiefer Einblick auch in das Innere eines Menschen, der einen anderen vergewaltigt hat, ist sicher bisher eine Rarität, bleibt es aber hoffentlich nicht.

Frohe Feiertage!

xmas2015

 

Was auch immer ihr feiern oder nicht feiern möget ;-), ich wünsche euch nur das Beste und viele schöne, harmonische Stunden im Kreise eurer Lieblingsmenschen! 🙂

Dieser Tage wurde ich wieder gefragt, warum ich mich Humanistin nenne, was für mich Humanismus bedeutet, was für ein ungläubiges Wesen wie mich der Sinn des Lebens ist. Ich kann dazu sicher Stunden reden, aber so viel Zeit war – zum Glück 😉 – nicht. Also die kürzeste Antwort, die mir einfällt: Den Menschen und das Leben im Hier und Jetzt in den Mittelpunkt stellen, den Menschen und mir ein Mensch sein.

Dostojewski hat (ich glaube, es war in einem Brief an seinen Bruder Michail) einmal etwas geschrieben, das es für mich sehr schön auf den Punkt bringt:

„Leben bedeutet überall Leben, das Leben ist in uns selbst und nicht im Äußerlichen. Ich werde Menschen neben mir haben, und unter Menschen Mensch zu sein und für immer zu bleiben, den Mut nicht zu verlieren und sich vom Unglück, so groß es auch sein mag, nicht unterkriegen lassen – das ist der Sinn des Lebens und die Aufgabe.“

Weihnachten, die Wintersonnenwende als uraltes Symbol für die Wiedergeburt des Lichtes und die Hoffnung, dass auch in den dunkelsten Stunden das Licht immerdar und ganz nah ist, diese Zeit des Zusammenrückens und sich gegenseitig Wärme schenken, ist für mich ein wunderschönes Symbol des Menschsein – mögen wir einander immer ein wärmendes, in die Dunkelheit strahlendes Licht sein!

Und nun macht es Euch gemütlich! 😉