So sei es

„Amen“ titelt die Süddeutsche:

Der Regensburger Blogger Stefan Aigner geht aus dem juristischen Ringen mit dem Bistum Regensburg als Sieger hervor. […]

Er hatte in einem Kommentar auf seinem Blog regensburg-digital.de geschrieben, dass Geldzuwendungen der Diözese Regensburg an ein Opfer sexuellen Missbrauchs durch einen Priester ‚den Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung haben‘. Dies darf Aigner nun weiterhin behaupten. Die Karlsruher Verfassungsrichter wiesen die Beschwerde des Bistums zurück. Ihr Beschluss endet mit dem Satz: ‚Diese Entscheidung ist unanfechtbar.‘

Nicht nur wegen der auch mir von solchen Kirchenleutz zuteil gewordenen Abmahnerfahrungen geht mir das wahrlich wie Öl runter! Herzlichen Glückwunsch Stefan Aigner! 🙂

Und so geht’s voran, Schritt für Schritt! 😉

Weltkindertag 2012: Plakataktion gegen Zwangsbe-schneidung gestartet

Giordano-Bruno-Stiftung unterstützt Petition der Deutschen Kinderhilfe

Pünktlich zum heutigen „Weltkindertag“ ist in Berlin die Plakatkampagne „Mein Körper gehört mir! Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen“ angelaufen. „Dank der vielen Spenden, die bei uns eingegangen sind, konnten wir Hunderte von Werbeflächen an Berliner Litfaßsäulen sowie in den Berliner U-Bahnen buchen“, sagt der Pressereferent der Giordano-Bruno-Stiftung, Philipp Möller. „Zudem haben wir Anzeigen geschaltet, z.B. in der ‚Kinderzeitung‘, die morgen als Beilage der ‚Welt‘ erscheint. Ein besonderes Highlight der Kampagne ist sicherlich der Einsatz eines Wagens, der das Plakatmotiv im Großformat drei Tage lang durch die Berliner Innenstadt fahren wird. Die Parlamentarier werden sich unserer Kinderrechtsaktion also kaum entziehen können.“

→ Weiterlesen bei Giordano-Bruno-Stiftung

Siehe auch:

Kunstfreiheit gilt auch für schlechte Filme

Stellungnahme der Giordano-Bruno-Stiftung zum geplanten Verbot des umstrittenen Mohammed-Films

Der Vorstand der Giordano-Bruno-Stiftung hat sich gegen das von Politikern geplante Verbot des umstrittenen Mohammed-Films ausgesprochen, der in der islamischen Welt zu gewaltsamen Protesten geführt hat. „Es wäre ein fatales Zeichen, würde die westliche Welt aus Rücksicht auf die verletzten Gefühle religiöser Fundamentalisten ihre eigenen Wertmaßstäbe verraten!“, erklärte Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon am Stiftungssitz in Oberwesel. „Die Kunstfreiheit gilt selbstverständlich auch für schlechte Filme. Jede Konzession gegenüber religiösen Fundamentalisten würde sie dazu ermutigen, kritische Auseinandersetzungen mit dem Islam künftig noch brutaler zu verhindern. Eine offene Gesellschaft sollte solchen Bestrebungen in aller Entschiedenheit entgegentreten.“

Weiterlesen bei giordano-bruno-stiftung.de

8. Sept. 2012: Bundesweiter Aktionstag gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz

Mit einem bundesweiten AktioGerDiAnstag wird die Kampagne „Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA) auf die Situation der Beschäftigten in Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft aufmerksam machen.

In 10 Städten sollen am 8. September Aktionen stattfinden, die darauf hinweisen, dass in diesen Einrichtungen wichtige Grundrechte nicht gewährleistet sind, und ein Ende dieses Zustandes fordern.

„Sozialeinrichtungen sind keine kirchlichen Einrichtungen“, betont die Kampagnenleiterin, „das Personal in Krankenhäusern oder Kindertagesstätten muss nach Kriterien ausgewählt werden, die sich aus den Interessen der Patienten bzw. Kinder ergeben, nicht aus den Moralvorstellungen der Kirchen.“ In Zeiten, in denen über Fachkräftemangel im Sozialbereich geklagt werde, dürfe die Religionszugehörigkeit bei der Einstellung ebensowenig eine Rolle spielen wie die Frage, mit wem oder wie oft ein Mensch verheiratet ist. „Die Antidiskriminierungsbestimmungen müssen endlich konsequent umgesetzt werden“, fordert die Kampagnenleiterin im Hinblick auf die Ausnahmeregelungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

Derzeit finden Arbeitssuchende in Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft keine Anstellung, wenn sie keiner christlichen Kirche angehören; in katholisch geführten Betrieben auch dann nicht, wenn sie mit einem gleichgeschlechtlichen Partner zusammenleben, ein „uneheliches“ Kind haben oder nach einer Scheidung eine neue Partnerschaft eingegangen sind. Sozialeinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft werden nicht von den Kirchen, sondern – wie alle anderen Sozialeinrichtungen auch – aus öffentlichen Mitteln, vor allem der Sozialkassen, finanziert. Trotzdem findet in ihnen weder das Betriebsverfassungsgesetz noch das  Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz Anwendung.

Video: Ingrid Matthäus-Meier über GerDiA

Ingrid Matthäus-Meier, Sprecherin der von IBKA, gbs und Denkladen initiierten Kampagne „Gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (GerDiA), stellte in ihrem Vortrag im Rahmen der Europäischen Atheistischen Tagung 2012 „Die atheistische Perspektive – national, regional, global“ den aktuellen Fortschritt dieser Kampagne vor. Sie fasste das zugrundeliegende Problem in einem Satz zusammen: „Katholisch operieren, evangelisch Fenster putzen“. (Mehr Infos)

 

Quellen:

Pressemitteilung GerDiA
Bildquelle: gerdia.de
IBKA

„Mein Körper gehört mir!“ Kinderrechtskampagne gegen Zwangsbeschneidung gestartet

„Zwangsbeschneidung ist Unrecht – auch bei Jungen.“ Mit dieser entschiedenen Aussage ist heute, ein Tag vor der öffentlichen Sitzung des Deutschen Ethikrats (siehe dazu auch dies lesenswerte Interview mit Prof. Merkel, Mitglied des Ethikrats), die Kinderrechtskampagne der Giordano-Bruno-Stiftung gestartet. „Ziel der Kampagne ist es, die geplante Legalisierung medizinisch unnötiger Vorhautbeschneidungen zu verhindern“, erklärt Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon. „Denn die Zwangsbeschneidung ist keine Bagatelle, wie so oft behauptet wird, sondern ein durch nichts zu rechtfertigender Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht und die körperliche Unversehrtheit des Kindes.“

Auf der heute freigeschalteten Website www.pro-kinderrechte.de führt der von der Stiftung ins Leben gerufene „Arbeitskreis Kinderrechte“, dem u.a. der Strafrechtler Holm Putzke angehört, zahlreiche medizinische, psychologische, politische und juristische Argumente auf, die diese Einschätzung belegen. Tragischerweise, so die Experten des „AK Kinderrechte“, sei das Wissen über die tatsächlichen Folgen der Vorhautbeschneidung, die sehr wohl mit „milderen“ Formen der weiblichen Genitalbeschneidung vergleichbar sei, in der Gesellschaft kaum vorhanden. So wüssten viele Eltern nicht, dass Säuglinge während der Beschneidung besonders schwere Schmerzen erleiden, weil das schmerzunterdrückende System erst Monate nach der Geburt funktionstüchtig sei. Fallen die Kinder aufgrund der ungefilterten Qualen in einen traumatischen Schockzustand, würden die Eltern die plötzliche Ruhe sogar als Zeichen für die vermeintliche Harmlosigkeit der Beschneidung fehlinterpretieren.

In der hier zum Ausdruck kommenden „fehlenden Aufklärung beziehungsweise gezielten Desinformation der Eltern“ liegt nach Ansicht des „AK Kinderrechte“ das „Hauptproblem der gegenwärtigen Debatte“: „Wüssten die Eltern über die dramatischen Konsequenzen der Zirkumzision Bescheid, müsste man über ein Beschneidungsverbot gar nicht mehr diskutieren, da die meisten Mütter und Väter von sich aus den Gedanken verwerfen würden, ihre Kinder beschneiden zu lassen.“

Um nun im Sinne der Kinderrechte Druck auf die deutsche Politik auszuüben, hat die Giordano-Bruno-Stiftung eine Plakatkampagne entworfen, bei der sie auf möglichst breite Unterstützung seitens der Bevölkerung hofft. Dazu heißt es auf der Website www.pro-kinderrechte.de: „Mit jedem Euro, den Sie der Aktion zur Verfügung stellen, können wir mehr Plakatflächen mieten und damit die Wahrnehmung unseres Anliegens in der Öffentlichkeit stärken. Denn nur durch einen vehementen Protest der Bevölkerung wird die angestrebte Legalisierung der Zirkumzision noch verhindert werden können. Machen wir den Verantwortlichen in Politik und Justiz unmissverständlich klar, dass Zwangsbeschneidung Unrecht ist – auch bei Jungen!“

 


Sehr zu empfehlen ist auch die FAQ der Kampagne, die mit Mythen, Irrtümern und falschen Behauptungen rund um die Beschneidung aufräumt.

Auf der Kampagnenseite finden sich auch weiterführende Informationen, vertiefende Texte und Links zu Fachartikeln, Studien und offiziellen Dokumenten wie z.B. der UN Kinderrechtskonvention oder dem Urteil des Landgerichts Köln.

Sowohl als Pirat als auch Gründungsmitglied der frisch gegründeten Arbeitsgemeinschaft Humanistischer Laizismus in der Piratenpartei Deutschland findet diese Kampagne meine volle Unterstützung.

Mir liegt es fern, gläubigen Menschen vor den Kopf zu stoßen, sie zu verletzen oder anzuklagen und ich bin mir sicher, dass auch Eltern, die ihre Jungen aus rituellen Gründen beschneiden lassen, diese sehr lieben und nur das Beste für sie möchten. Doch ich denke, wir alle, gläubig oder nicht, müssen unser Tun, insbesondere auch, wenn es uns zum Schutz Anbefohlene betrifft, wenn wir für Menschen entscheiden, die selbst (noch) nicht in der Lage dazu sind, immer wieder neu überdenken und hinterfragen.

Es war Jahrtausende üblich und wird in der Bibel gut geheißen, Kinder zu züchtigen – wohl gemerkt, nicht um sie zu quälen, sondern, so dachte man, zu ihrem Besten. Und doch tun wir es heute nicht mehr, eben weil wir es heute besser wissen. So wie wir heute auch keine Ehebrecherinnen mehr steinigen oder Homosexuelle töten, obwohl dies z.B. in der Bibel gefordert wird.

Wir haben uns verändert, die Menschheit hat sich verändert in diesen tausenden Jahren. Aufklärung, Menschenrechte und auch die UN-Kinderrechtskonvention zeugen davon.

Des Weiteren denke ich auch: Wer für sich selbst Religionsfreiheit einfordert, sollte sie auch seinen Kindern zugestehen, ihnen die Möglichkeit geben, wenn sie reif genug dafür sind, selbst zu entscheiden.

Der jüdische Arzt Gil Yaron hat es hier in der FAZ sehr schön gesagt:

Wenn meine Erziehung zum Judentum dazu führt, dass mein Sohn eines Tages als mündiger, überzeugter Jude von seinem Vater fordert, ihn endlich zu beschneiden, dann werde ich seinen Wunsch erfüllen, mit Liebe, Stolz und Schmerz. Aber nicht früher.

Ich wünsche mir sehr, er ist damit vielen ein Vorbild und wir finden gemeinsam einen Weg, der auf Verständnis und Einsicht gründet und möglichst ohne Zwang und Verbote auskommt. Denn Letzteres ist mir eigentlich zuwider.

Es wird der Tag kommen, wo man genauso fassungslos über die Beschneidung von Jungen den Kopf schüttelt, wie wir das heute über Sklavenhaltung oder Apartheid tun, über andere barbarische Bräuche, über Steinigungen von Ehebrecherinnen oder das Umbringen von Homosexuellen. Leider wird es wohl noch dauern.

 

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