Hungersteine

Hungerstein in Decin (Tetschen) (2018)
(Von Dr. Bernd Gross – Eigenes Werk (Originaltext: Eigenes Foto), CC BY-SA 3.0)

 

Durch das Niedrigwasser in diesem trockenen, heißen Sommer tauchten in einigen Flüssen wieder sogenannte Hungersteine auf. Sie erinnern an die großen Hungersnöte, die früher mit solch niedrigen Wasserständen einher gingen.

Wir sollten da mal innehalten und drüber nachdenken.

Einige von uns haben sicher über die Hitze gestöhnt, für einige ging sie auch mit gesundheitlichen Beschwerden einher. Aber wir haben Ventilatoren, Klimaanlagen etc. und vor allem auch eine gute medizinische Versorgung.

Im Gegensatz zu unseren Altvorderen müssen wir aber nicht hungern, gar verhungern. Müssen kein dreckiges, verseuchtes Wasser aus versiegenden Brunnen trinken und daran erkranken und sterben. Egal, ob verregneter Sommer, Trockenheit, Hitze, Kälte… Der Supermarkt an der nächsten Ecke hält stets alles für uns bereit – in Hülle und Fülle!

Dank weltweitem Handel, moderner Landwirtschaft usw. usf. steht uns immer alles zur Verfügung, selbst wenn Grünkohl dies Jahr knapp ist, bleiben uns immer noch Kassler, Kohlwurst und Pinkel 😉

Und auch, wenn mein Luxuskörper die ultimative Antwort der Evolution auf alle Hungersnöte der Menschheitsgeschichte ist, kann ich gut auf die Erfahrung einer solchen verzichten 😉

Ich denke, ein guter Grund, guter Anlass, mal zufrieden und dankbar zu sein. Für all die technischen, medizinischen, wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen etc. Errungenschaften, die unser Leben so sicher und bequem machen. Wenn auch heutzutage bei weitem nicht alles perfekt ist, es eine Menge gibt, das uns ärgert, ängstigt etc. – es ist sicher die beste Zeit in der Menschheitsgeschichte bisher, die wir da für unser Leben erwischt haben.

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