Die Dunkelmänner

*lol* Nachdem es UFOs nicht mehr bringen (= den Rubel nicht mehr rollen lassen 😉 ) … und Religion ja wieder voll im Trend liegt, hat nun auch unser Hesemännchen sein Katholik sein entdeckt 😉 (Ok, damit hatte er es ja vorher auch immer schon so ‘n büschen … viel … 😉 )

‘Greife die Kirche an und Du machst Auflage’

Aber der “Stil” ist geblieben … 😀 … und natürlich dürfen die pöööhzen, pööhzen Freimaurer auch nicht fehlen …

P.S. Der 2. Lesetipp (Heilige Inquisition) ist auch echt ein Schmankerl … OMG 😀

Ja, ja, die Dunkelmänner … 😉

Moral und Mord im Namen Gottes?

Heute um 22:45 Uhr gibt es in der ARD den Film “Die Hardliner des Herrn – Christliche Fundamentalisten in Deutschland” von Thomas Jens:

Schluss mit lustig – zurück zur reinen, bibeltreuen Lehre! Zunehmend mehr Christen in Deutschland, vor allem aus dem evangelikalen Spektrum, kämpfen für ein deutlicheres Profil ihres Glaubens. Die biblische Botschaft darf für sie nicht länger der Beliebigkeit ausgeliefert bleiben. Im Extremfall sind sie sogar bereit, ihre Kinder nicht mehr in öffentliche Schulen gehen zu lassen, weil dort Sexualkunde und Evolutionslehre unterrichtet werden. Beides widerspricht in ihren Augen dem Geist der Heiligen Schrift. Inzwischen stehen immer häufiger diese Schulverweigerer im Namen des Herrn vor den Schranken des Gerichts. Sie selbst begreifen sich als Gottes Elite auf Erden, als Retter des christlichen Glaubens und als Kämpfer gegen die Laster der Gegenwart.

Fundamentalismus ist schon länger kein Thema allein für die islamische Religion. Christliche Fundamentalisten – was in den USA seit Jahrzehnten seine Blüten treibt, ist nun auch in Deutschland zunehmend häufiger anzutreffen. Diesen überzeugten Christen gilt Schwulsein als Sünde, Sex vor der Ehe ist ihnen verpönt. Vor allem aber: Sie wähnen sich im Besitz des einzig wahren Glaubens. Ein Dialog ist kaum möglich und Muslime ebenso wie Liberale stellen für sie eine Gefahr dar, gegen die es zu missionieren gilt.

Inzwischen gibt es sogar hierzulande in großen Wirtschaftsunternehmen Führungskräfte, die ungeachtet des geltenden Antidiskriminierungsrechts freimütig bekennen, nur noch Christen einstellen zu wollen. Die Filmdokumentation unternimmt einen Streifzug durch die neue und anwachsende Szene des christlichen Fundamentalismus.

Interessant – nicht nur in diesem Zusammenhang – ist auch das Editorial von M. Spitzer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Nervenheilkunde” zum Thema: Moral und Mord im Namen Gottes? – Zusammenhänge, deren Abwesenheit und Aufklärung

Grundsätzlich kommt er, wie auch schon R. Degen in seinem Artikel “Fromme sind nicht besser” (Bild der Wissenschaft 2/07: 46-49, siehe auch hier), aufgrund diverser Studien zu dem Schluss, dass religiöse Menschen keineswegs moralischer, ethischer, sozialer, mildtätiger etc. handeln als z.B. Atheisten. Dort heißt es z.B.

Religiosität führt, wenn überhaupt, zu mehr Intoleranz

Unter anderem beschreibt er auch die Experimente Brad Bushmans von der Uni Michigan, die der Frage nachgehen:

Wenn es schon keine Zusammenhänge zwischen Religiosität und prosozialen Verhaltensweisen zu geben scheint, so erhebt sich die Frage, wie es um die immer wieder vermuteten negativen Auswirkungen der Religiosität steht. Religion macht aggressiv, so meinen die einen (10); nein, Religion macht Frieden, entgegnen die anderen (15). Was stimmt?

Das Ergebnis der Studien fasst er so zusammen:

Die Studie zeigte also insgesamt, dass Gewalt in religiösen Schriften zu Gewalt in der realen Welt führen kann. Der Effekt ist bei Männern ausgeprägter und von der religiösen Grundeinstellung sowie vom Glauben an die Textquelle abhängig. Männer, die ohnehin deutlich gewalttätiger sind als Frauen, sind zudem empfänglicher für die aggressionsfördernden Auswirkungen religiöser Texte.

(Näheres zu diesen Studien, ihrem Design etc. ist im oben genannten Link nachzulesen.)

Im Grunde genommen ist das natürlich ein Fall für unseren Cpt. Obvious ;-), denn Geschichte und auch Alltag zeigen uns mehr als offensichtlich, dass Religion, was die Verbesserung menschlichen Zusammenlebens angeht, nicht gerade das Gelbe vom Ei ist …

Ehrfurcht vor Gott …

… in einem Schulgesetz?!? Nicht etwa als Überbleibsel vergangener Jahrhunderte, nein, im letzten Jahr als Abschnitt 2 dem §2 des NRW-Schulgesetz durch die CDU-Regierung hinzugefügt.

(2) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung. Die Jugend soll erzogen werden im Geist der Menschlichkeit, der Demokratie und der Freiheit, zur Duldsamkeit und zur Achtung vor der Überzeugung des anderen, zur Verantwortung für Tiere und die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, in Liebe zu Volk und Heimat, zur Völkergemeinschaft und zur Friedensgesinnung.

(Quellen: Regierungsentwurf für ein Zweites Gesetz zur Änderung des Schulgesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen und Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen (SchulG))

Also ist bei der Erziehung zur “Achtung vor der Überzeugung des anderen” z.B. die Überzeugung des Atheisten ausgeschlossen? Mal von den anderen Widersprüchen abgesehen…

„Ehrfurcht vor Gott …“ weiterlesen

Schläge im Namen des Herrn

Schläge im Namen des Herrn – Die verdrängte Geschichte der Heimkinder in der Bundesrepublik von Peter Wensierski ist ein imho lesenswertes Buch. Insbesondere auch im Zusammenhang mit der aktuallen Diskussion um “christliche Werte”. Ich finde, es zeigt sehr schön, dass Glaube nichts dazu beiträgt, aus Menschen bessere Menschen zu machen, ganz im Gegenteil. Es belegt mir ein weiteres Mal, dass Werte sich nicht aufgrund eines Gottesbildes, sondern aufgrund eines Menschenbildes ergeben. Wer seine Werte an eine Religion, einen Gott bindet, gar diese nur aus Furcht vor diesem Gott und den angedrohten Strafen vertritt, wer nicht selbst das Wünschenswerte will, weil er sich seinem Menschsein verpflichtet fühlt, der Humanität, aus Respekt vor dem Menschen, aus der grundsätzlich bedingungslosen Wertschätzung des Menschen, der wird immer eine Rechtfertigung in seiner Religion oder Ideologie dafür finden, andere zu quälen, zu missbrauchen, zu misshandeln und schlussendlich auch zu ermorden – nur zu “ihrem und unserem Besten” natürlich …

Weiter Infos:

http://www.schlaege.com/
http://www.exheim.de/
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,400695,00.html
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,448152,00.html