Dies ist das Archiv für Mai 2008.

Mädchen sind …

Erstellt am 31.05.2008 um 13:53 Uhr | Diesen Beitrag drucken

… in Mathe nicht dümmer als Jungen, aber Jungen dümmer als Mädchen, wenn’s ums Lesen geht ;-)

Während also die Mädchen die Jungen in Mathematik durchaus auf- und überholen können, wenn die gesellschaftlich aufrechterhaltende Dominanz der Männer einer größeren Gleichheit Platz macht, scheinen die Jungen beim Lesen keine Chancen zu haben.

(Quelle)

Wieder mal ein eindeutiger Beweis für die universelle Überlegenheit des Weibes! Nichts erklärt die männliche Motivation zur Unterdrückung der Frau besser! :D

(BTW ich habe ein sehr schönes Frühmi mit viel Sekt hinter mir … ;-) )

   
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Alter Wein in neuen Schläuchen

Erstellt am 29.05.2008 um 00:06 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Die Tage gab es einen sehr lesenswerten Beitrag bei Citronengras: Rassismus

Ich möchte gar nicht genau wissen, warum das jemand online stellt — Fakt ist, dass man über die gängigen Filesharingnetzen ohne Probleme an authentisches NS-Propagandamaterial kommt. Als ich jüngst für jemanden, der sie in der Tat nur für Recherchezwecke benötigt, ein paar Ausgaben des “Stürmer” im PDF-Format zog und einen Blick hineinwarf, war ich baß erstaunt, welche rhetorischen Parallelen es doch zum Auswurf der bekannten islamohostilen Web-Kaffeekränzchen gibt.

Zum Beispiel, wenn es um vermeintliche Sonderrechte für die je verhasste Religionsgruppe geht: […]

Ich hoffe sehr, er trägt dazu bei, dass endlich mal mehr Leute die Nachtigall da trappsen hören …

   
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Keine Lobbyisten in Ministerien!

Erstellt am 28.05.2008 um 15:33 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Ich hatte hier schon einige Male über LobbyControl geschrieben, nun hat man dort die Antwort des Bundesinnenministerium auf eine Anfrage des Grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck, der eine Liste der Gesetze verlangt hatte, an denen Vertreter von Unternehmen und Verbänden mitgewirkt haben (die als so genannte “externe Mitarbeiter” in den Ministerien saßen, ihr Gehalt größtenteils jedoch weiter von ihren eigentlichen Arbeitgebern erhielten), veröffentlicht.

Seht sie euch an, sie ist wirklich lesenswert. Falls ihr euch bisher noch fragtet, warum unsere Regierung Sachen beschließt, die alles, nur nicht im Sinne von uns Bürgern (mal abgesehen von der Handvoll unter uns, die von dieser Lobbyarbeit profitieren) sind, sollte es nun auch dem Letzten von uns klar sein.

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine campact.de Kampagne zusammen mit LobbyControl hingewiesen, bei der eine vorbereitete (bei Bedarf aber änderbare) Protest-Mail an die/den Abgeordnete(n) seines Wahlkreises schicken kann:

[…] Ich fordere Sie als Abgeordnete/n aus meinem Wahlkreis auf, gegen den einseitigen und undemokratischen Zugang von Wirtschaftsinteressen zu Ministerien aktiv zu werden! Behörden können den notwendigen Sachverstand von außen über Anhörungen und demokratische Beteiligungsverfahren einholen.

Fordern Sie von der Bundesregierung, dass sie die Beschäftigung von Lobbyisten in Ministerien verbietet! Setzen Sie sich dafür ein, dass die Bundesregierung endlich alle Informationen über die “Scheinbeamten” offen legt! […]

   
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Deutsch-europäischer High Noon [Update]

Erstellt am 27.05.2008 um 19:21 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Ich hätte wirklich nie, nie gedacht, dass ich eines Tages einem Peter Gauweiler dankbar sein werde. Nun ist es soweit.

Dass es soweit gekommen ist, zeigt, wie weit unsere “Regierung” es gebracht hat, nein, um dieses “wie weit” zu beschreiben, fehlen mir wirklich die Worte …

Aus der Süddeutschen Zeitung:

Auf zum letzten Gefecht - diesmal in Karlsruhe

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Gauweiler will mit einer Verfassungsklage das Inkrafttreten des EU-Reformwerks verhindern - mit der Entscheidung urteilt das Bundesverfassungsgericht auch über seine eigene Entmachtung. […]

Peter Gauweiler ruft eine Instanz zu Hilfe, die ein letztes, ein allerletztes Mal die Kompetenz hat, in die europäischen Dinge einzugreifen - das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Der Vertrag von Lissabon, der Vertrag also, gegen den Gauweiler klagt, nimmt nämlich dem Gericht diese Kompetenz. Die Klage, die seit Freitagmittag in Karlsruhe liegt, ist für dieses Gericht also die letzte Chance, seine eigene Entmachtung zu verhindern. Vorderhand wird das höchste Gericht darüber entscheiden müssen, ob sich die Bundesrepublik, ohne das Volk zu fragen, in einem europäischen Bundesstaat auflösen darf wie ein Stück Zucker im Kaffee. […]

328 Seiten lang ist die Klageschrift, die der Nürnberger Ordinarius Karl Albrecht Schachtschneider erstellt hat; beigepackt ist ein hochkritisches 125-seitiges Gutachten über den “Vertrag von Lissabon und das Grundgesetz”, das Gauweiler von Dietrich Murswiek, Freiburger Professor für Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht, hat ausarbeiten lassen.

Es handelt sich um schwergewichtige juristische Argumentation. Schachtschneiders Gedankengang kennt man partiell schon aus seiner Klageschrift gegen die EU-Verfassung: Er beklagt die Entstaatlichung Deutschlands, die Reduzierung des Grundrechtsschutzes und eklatante Demokratiedefizite. Murswiek stützt das alles mit furiosen Ausführungen, die das Klagerecht Gauweilers unter anderem auf Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes stützen.

In diesem Artikel ist das sogenannte Widerstandsrecht formuliert: “Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist”. Dieses Recht “auf andere Abhilfe” fordert der Wissenschaftler beim höchsten deutschen Gericht ein.

Murswiek beruft sich dabei nicht auf das Widerstandsrecht als solches, sondern auf das diesem “vorgelagerte Recht auf Unterlassung von Handlungen, die eine Widerstandslage herbeiführen” […]

Vor allem aber kann sich Gauweilers Klage auf das Urteil des höchsten Gerichts zum Maastricht-Vertrag stützten; mit diesem Vertrag war unter anderem der Euro erschaffen worden.

Damals, im Jahr 1993, hatte das Gericht ein Urteil gesprochen, das so ähnlich klang wie “Bis hierher und (ohne Volksabstimmung) nicht weiter” - und sich die Kontrolle über “ausbrechende Rechtsakte” der EU vorbehalten. Diesen Karlsruher Vorbehalt aber erklärt nun der Vertrag von Lissabon für erledigt.

Wenn das Gericht nun gegen diesen Vertrag nicht einschreitet, wäre das die Zustimmung zu seiner juristischen Kastration. In Karlsruhe steht ein deutsch-europäischer High Noon bevor. […]

Um es noch mal ganz klar zu sagen: Es geht darum, ob unser Bundesverfassungsgericht die Kompetenz genommen wird, dem Grundgesetz Vorrang vor dem EU-Recht zu verschaffen. Es geht um unsere Souveränität, es geht um unsere Demokratie.

Unsere Regierung, Bundestag und Bundesrat, haben dieser Kastration des Bundesverfassungsgerichtes, unserer Souveränität und Demokratie bereits zugestimmt. Aus meiner Sicht ist das ein Putsch. Ein eiskalter Putsch gegen unsere Verfassung.

Wenn schon niemand aus der Regierung (was schlimm, unbeschreiblich schlimm genug ist), so müsste wenigstens die “Opposition” Mord und Zeter schreien. Aber nichts. Nur einer sagt was …

Mehr Infos auf der Homepage von Peter Gauweiler (Vertrag von Lissabon). Dort findet sich auch die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Rechtsgutachtens von Professor Dr. Dietrich Murswiek.

+++ Update +++

Die Klage ist jetzt auch als PDF abrufbar.

Nur mal ein kleines Beispiel, wie das mit dem EuGH läuft, jetzt schon läuft. Wie das nach gelungener, oben beschriebener Kastration läuft, kann man sich dann ganz leicht selbst weiter ausmalen, ich befürchte, da werden dann auch ganz leicht unsere kühnsten Albträume übertroffen.

Soziale Grundrechte in der EU gefährdet (Berliner Zeitung):

“Die jüngste Rechtsetzungspraxis des EuGH zeigt unmissverständlich, wie dringend notwendig es ist, die soziale Dimension des europäischen Integrationsprozesses zurückzugewinnen”. Es gehe es “um die Verteidigung von Kernnormen unserer Verfassung”. […]

Bsirske verweist in seinem Schreiben darauf, dass Artikel 1 des Grundgesetzes die Menschenwürde für unantastbar erklärt. “Der EuGH hingegen”, so der Verdi-Chef, “stellt diese Kernnorm unserer Verfassung zur Disposition und erklärt, dass sie im Lichte der Dienstleistungsfreiheit ihre Grenze finde durch das Recht auf Lohndumping.” […]

   
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Towel Day!

Erstellt am 25.05.2008 um 08:54 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Lasst eure Handtücher wehen und gedenkt ihm ;-) Douglas, wir werden dich nie vergessen! Weiterhin gute Reise! ;-)

   
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Video zum Sonntag

Erstellt am 24.05.2008 um 16:54 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Nein, das ist keine Parodie. Mehr davon? Hier: http://florida-erweckung.blogspot.com/ … und bald auch live in Berlin, wenn ich das recht verstanden habe.

Ein Beleg mehr dafür, dass es keinen Gott geben kann: Er erhört mein ständiges Flehen “Herr, schmeiß Hirn vom Himmel, es mangelt!!” einfach nicht.

Was soll man da noch sagen?

Nein, liebe Gläubige, sowas ist nicht mehr mit “Gott gab uns halt einen freien Willen” zu erklären, das ist einfach ein dicker, dicker Bug in seinem Proggi. Basta. Noch schlimmer: Er kriegt’s einfach nicht gefixt … wie’s aussieht.

   
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Bloggen ist gut für dich

Erstellt am 23.05.2008 um 17:39 Uhr | Diesen Beitrag drucken

… heißt es im Scientific American (via Fischblog). Nun ja, wenn ich mir so die Zahl der Blogs ansehe … dann sieht das ja nach einer gesunden Zukunft aus ;-)

Vielleicht ahnte ich die therapeutische Wirkung des Bloggens bereits, als ich heute morgen, nach langer Dienstnacht und aus mir völlig unbegreiflichen Gründen auf die Idee kam, mich bei Twitter anzumelden, mein Bloggen also durch Microblogging zu ergänzen ;-)

Ja, ja, offen gesagt, noch keine Ahnung, was ich eigentlich damit will. Ich brauch halt allen Mist … *gg* Nun, wir werden sehen… Liest hier jemand, der auch twittert?

Nein, bevor ich nun wieder gesagt bekomme, wie ich denn einerseits gegen Überwachung etc. wettern kann, andererseits aber mich derart im Netz exhibitioniere, also ich seh da schon noch einen Unterschied zwischen freiwillig etwas offenbaren, inklusive selbst bestimmen, was und wieviel ich offenbare, und überwacht werden ;-)

   
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Happy Kadaver ;-)

Erstellt am 22.05.2008 um 18:30 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Immer mal wieder gern - nicht nur an religiösen Feiertagen ;-) - stöber ich in der Uncyclopedia. Heute habe ich mich natürlich dort über Jesus

Die Quellenlage über die genauen Umstände der Geburt Jesu sind relativ fundiert. Als gesichert gilt, dass er, um der Errettung der Menschen willen, von seinem despotischen Vater Gott auf die Erde gesandt wurde und leidvoll starb. Zwischenzeitlich hatte er Probleme mit dem Kreuz.

und Happy Kadaver informiert:

Happy Kadaver ist ein Fest der Katholischen Kirche und feiert die Tatsache, dass man den eucharistisch anwesenden Christus in Form von Hostien und Schnitzeln verspeisen und sein Blut in Form von Rotwein, Johannisbeersaft oder Lambrusco trinken kann.

Die Entstehung dieses Festtages entstammt einer Vision der heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich, die im 13. Jahrhundert ihr Unwesen trieb und der eines Tages beim Verzehr eines Jägerschnitzels der Sohn Gottes in der Pilzsoße erschien mit den Worten: „Zu Ehren des Altarsakramentes sollt ihr Menschen eine House-Party feiern, wie es noch keine gab. Ehret mich und das Jägerschnitzel und vergesst nicht die Pilzsoße!“ …

Ich hoffe, ihr hattet alle so einen sonnigen, gemütlichen, relaxten, schönen Tag wie ich :-)

   
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Einstein und die Religion

Erstellt am 19.05.2008 um 16:36 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Das Gerücht, Albert Einstein sei sehr religiös gewesen, vor allem fest gemacht an dem ihm zugeschriebenen Spruch “Gott würfelt nicht” hält sich ja insbesondere in religiösen und esoterischen Kreisen recht hartnäckig.

Dies berühmt berüchtigte “Gott würfelt nicht” sagte er aber so nie. Er sagte “I cannot believe that God plays dice with the cosmos” und dies war keine religiös gemeinte Äußerung, sondern beschrieb seine Probleme mit der Quantenphysik.

In einem Brief vom 4. Dezember 1926 (Einstein-Archiv 8-180, zitiert nach Alice Calaprice) an Max Born schreibt Einstein:

“Die Quantenmechanik ist sehr Achtung gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der Alte nicht würfelt.”

1929 äußerte Einstein gegenüber dem New Yorker Rabbi Herbert Goldstein (Zit. nach Brian, Dennis: Einstein: A Life. New York: John Wiley & Sons 1996. S. 127):

“Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.”

25 Jahre später, in einem Brief vom 24. März 1954 (Albert Einstein: The Human Side. Hrsg. von Helen Dukas und Banesh Hoffman. Princton, New Jersey 1981, S. 43., Übersetzung: Andreas Müller) erklärt Einstein deutlich:

“Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.”

Ein am 3. Januar 1954 - ein Jahr vor seinem Tod - handgeschriebener Brief von Albert Einstein an den Philosophen Eric Gutkind (der ihm eine Kopie seines Buches “Choose Life: The Biblical Call to Revolt” geschickt hatte), der diese Tage bei einer Auktion in London für umgerechnet 261.000 Euro den Besitzer wechselte, offenbart weiteres Interessantes über sein Verhältnis zur Religion:

“Das Wort Gottes ist für mich nicht mehr, als der Ausdruck und das Produkt menschlicher Schwächen. Die Bibel ist eine Sammlung ehrbarer, aber dennoch primitiver Legenden, welche doch ganz schön kindisch sind. Keine Interpretation, wie feinsinnig sie auch sein mag, kann das (für mich) ändern.

Für mich ist die jüdische Religion wie jede andere der Inbegriff des kindischsten Aberglaubens. Und das jüdische Volk, dem ich gerne angehöre und dessen Mentalität ich mit einer großen Verbundenheit gegenüberstehe, hat für mich keine andere Qualität als alle anderen Völker. So weit meine Erfahrung reicht, sind sie nicht besser als andere Gruppen von Menschen, obwohl sie von den schlimmsten Krankheiten durch einen Mangel an Macht beschützt werden. Davon abgesehen kann ich nichts ‚Auserwähltes‘ an ihnen erkennen.”

   
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Arno Gruens Zivilisationskritik

Erstellt am 17.05.2008 um 20:27 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Vorgestern gab es eine schöne Sendung zu Arno Gruens Zivilisationskritik - leider kam ich erst heute zum anhören: Wahnsinn Normalität - Arno Gruens Zivilisationskritik (SWR2 Wissen 15.05.08) ! ;-)

Das, was wir normal nennen, ist wirklich verrückt. Und viele von den Leuten, die wir als wahnsinnig einstufen, wir tun ihnen unrecht. Sie sind wahnsinnig, weil sie nicht leben können in einer Gesellschaft, die heuchlerisch ist. Deswegen werden sie verrückt. Die Verrücktheit könnte uns ja was sagen über uns selber. Wo wir mitmachen mit Dingen, die gar nicht richtig sind. …

Für jene, die in das Erscheinungsbild ‚normalen’ Verhaltens hineinschlüpfen, weil sie die Spannung der Widersprüche zwischen der auferlegten Realität und ihrer inneren Welt nicht ertragen, für solche Menschen gibt es bald keine wirklichen Gefühle mehr. Stattdessen gehen sie mit Ideen von Gefühlen um, haben keine Erfahrung mehr mit ihnen. Sie präsentieren aufgesetzte Gefühle und sagen sich von ihren wahren Gefühlen los. Je ‚gesünder’ das Image der Identität, das sie angenommen haben, desto erfolgreicher werden sie diese Manipulation vollziehen können. Und es ist Manipulation, da ihr Ziel nicht der Ausdruck ihrer selbst ist, sondern den andern zu überzeugen, dass sie angemessen handeln, denken und fühlen. …

Und die, die diese Pose verkörpern, die werden gewählt. Warum? Ich denke, das führt wieder zurück darauf, was Kinder erleben. Kinder erleben so oft, nicht alle Kinder, aber viele, dass, um eine Verbindung mit den Eltern aufrecht zu erhalten, müssen sie wahrnehmen, wie die Eltern gesehen werden möchten, als willensstark, als jemand, der weiß, was richtig ist für das Kind, in diesem Sinne als Autoritäten. Und dass solche Eltern dem Kind auch Leiden zufügen, weil sie übergehen ja, was seine eigenen Kräfte sind, seine eigenen Wahrnehmungen, das wird weggemauert. So dass die “Realität”, zu der wir konditioniert werden, ist nicht wahre Realität, sondern die Pose. Und dann wählen wir dauernd Menschen, die die Pose widerspiegeln. …

Empörung und der Protest gegen Ungerechtigkeit sind aus der Mode gekommen. Träume von Erfolg und Besitz haben die Träume von einer besseren und lebbaren Welt ersetzt. Unsere einseitige Ausrichtung auf Leistung, Stärke und Erfolg führt nicht nur dazu, dass wahre Lebendigkeit immer mehr aus unserem realen Leben verdrängt wird. Sie zerstört auch unsere Hoffnung auf eine bessere Welt.

   
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