“Kirchenrecht bricht Streikrecht”

Nennt man es hier. Da ich das Streikrecht nicht nur für ein Grundrecht (gemäß unseres Grundgesetzes) halte, sondern auch für ein Menschenrecht, spricht ein Freund meiner Meinung nach zu Recht von: "Kirchenrecht bricht Menschenrecht”

Worum geht es? Am 3. März entschied das Arbeitsgericht Bielefeld, dass Streikaufrufe in diakonischen Einrichtungen unzulässig sind.

Siehe auch: ver.di bedauert Entscheidung des Arbeitsgerichts Bielefeld

Streik in zwei Landeskirchen verboten:

Am 3. März 2010 urteilte das Arbeitsgericht Bielefeld in erster Instanz, dass ver.di in der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und deren diakonischen Werken nicht streiken darf, um bessere Arbeits- und Lohnbedingungen zu erreichen. Betroffen sind in NRW auch die Einrichtungen der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Die ver.di-Arbeitsniederlegungen im Mai und September 2009 hatten die Arbeitgeber beim Diakonischen Werk der EKD so unter Druck gebracht, dass sie in der Arbeitsrechtlichen Kommission am 19. November 2009 schließlich deutlich höheren Löhnen zustimmten. Damit die Diakoniebeschäftigten nie wieder so viel Druck ausüben können, haben die Arbeitgeber das weltliche Arbeitsgericht angerufen, um ihnen das Streiken auf alle Zeiten verbieten zu lassen. Diakonie-MitarbeiterInnen sollen in Lohnkonflikten dauerhaft unterlegen sein.

Weiter heißt es, Jürgen Kühling, Richter am Bundesverfassungsgericht a.D., zeige sich optimistisch für die kirchlichen ArbeitnehmerInnen:

“Das erstinstanzliche Urteil überrascht mich nicht. Es ist aber noch alles offen. Alle gehen davon aus, dass das Verfahren bis zum Bundesverfassungsgericht geht, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Bundesverfassungsgericht Arbeitsniederlegungen im Kirchenbereich einfach verbietet. Das Bundesverfassungsgericht hat die beiden Grundrechte der Koalitionsfreiheit und der Kirchenautonomie im Bereich der Religionsausübung abgewogen aufeinander zu beziehen; es hatte noch nie einen vergleichbaren Fall. Ich denke, Arbeitnehmer bei den Kirchen können optimistisch sein, was das Streikrecht betrifft.”

Der Vizepräsident des Diakonischen Werkes der EKD, Wolfgang Teske, begrüßt das Urteil zum Streikverbot:

"Mit der Entscheidung wird bestätigt, dass die Streikaufrufe in diakonischen Einrichtungen im Herbst letzten Jahres unzulässig waren und künftig nicht wiederholt werden dürfen"

In kirchlichen/diakonischen Einrichtungen gibt es keine Betriebsräte, sondern nur Mitarbeitervertretungen (MAV) – mit erheblich weniger Rechten (siehe auch hier).

Aber selbst diese wenigen Rechte waren den kirchlichen Arbeitgebern anscheinend noch zu viel:

Ganz neu: MAVen müssen über Lohnverhandlungen schweigen

Dass der Dritte Weg kein Ersatz für Tarifverhandlungen sein kann, zeigt das Urteil des Kirchengerichtshof der EKD vom Januar 2010. Danach dürfen Mitglieder von Mitarbeitervertretungen (MAV) die Beschäftigten weder zu Lohnforderungen befragen, noch über den Stand der Verhandlungen in den Arbeitsrechtlichen Kommissionen informieren. Wie sollen die Beschäftigten künftig ihre Forderungen vortragen oder sich zur Annahme eines Verhandlungsergebnisses äußern? Die Mitglieder von Arbeitsrechtlichen Kommissionen hatten noch nie eigene finanzielle Mittel für solche demokratische Kommunikation – nun ist der Weg über die MAV auch noch versperrt. Auch Unterstützungsaktionen für die Arbeitnehmerseite in der Arbeitsrechtlichen Kommission dürfen MAVen nicht organisieren.

Der oben genannte “Dritte Weg” ist die Regelung der Arbeitsverhältnisse in der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland und soll eine einvernehmliche Gestaltung der Arbeitsvertragsrichtlinien und der Vergütung in einer paritätisch besetzten Kommissionen sicher stellen.

Dieser Dritte Weg gilt allerdings längst als gescheitert.

Bislang werden die Arbeits- und Einkommensbedingungen in den kirchlichen Einrichtungen von einer »Arbeitsrechtlichen Kommission« festgelegt. Diese ist zwar paritätisch mit Unternehmens- und Beschäftigtenvertretern besetzt, im Zweifelsfall entscheidet aber eine Zwangsschlichtung. Während die Kirchen ihren Beschäftigten in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen früher stets das Einkommensniveau des öffentlichen Dienstes zugestand, verschaffen sie sich seit einigen Jahren durch Lohnkürzungen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kommunalen Häusern. Laut ver.di liegen die Verdienste Neueingestellter mittlerweile um bis zu 30 Prozent unter diesem Niveau.

(Quelle)

Beliebigkeitsklauseln und AVR-Flucht

Was Arbeitsrechtliche Kommissionen beschließen, wird immer häufiger von diakonischen Arbeitgebern ignoriert. Viele Landeskirchen haben Beliebigkeitsklauseln geschaffen. Danach muss sich ein Arbeitgeber nicht an das Arbeitsrecht des Diakonischen Werkes halten, bei dem er Mitglied ist – er muss nur irgendein kirchliches Vertragswerk anwenden.

(Quelle)

Immer mehr Beschäftigte des Diakonischen Werks weigern sich, den tarifrechtlichen Sonderweg der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mitzugehen. Das ist auf der Delegiertenversammlung zur Wahl der Arbeitnehmervertreter in der Arbeitsrechtlichen Kommission (ARK) des Diakonischen Werkes am heutigen Donnerstag deutlich geworden. […] Auf der Delegiertenversammlung in Hannover hatten zuvor Arbeitnehmervertreter aus regionalen Diakonischen Werken die weitere Mitarbeit in der ARK verweigert, indem sie keine Arbeitnehmervertreter wählten. Anlass waren die Erfahrungen der Beschäftigten mit jahrelangen Nullrunden in der Diakonie, die erst nach den von ver.di-Kolleginnen und -Kollegen durchgeführten Aktionen und Warnstreiks beendet werden konnten. Kritisiert wurde auf der Versammlung vor allem, dass in der Kommission ein fairer Interessenausgleich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht möglich sei.

In der ARK werden die Regelungen der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) für die etwa 150.000 Beschäftigten in den Diakonischen Einrichtungen im Rahmen des tarifrechtlichen Sonderwegs der Kirchen beschlossen.

(Quelle)

Das Grundgesetz gilt innerhalb kirchlicher Einrichtungen nur eingeschränkt. Die ArbeitnehmerInnen (Verwaltungsangestellte, HauswirtschaftlerInnen, ErzieherInnen, KrankenpflegerInnen, SozialarbeiterInnen usw.)  des nach dem Staat zweitgrößten Arbeitgebers in Deutschland müssen Einschränkungen ihrer individuellen Freiheiten hinnehmen (z.B. besteht für sie keine Religionsfreiheit, für den Fall des Kirchenaustritts wird mit Kündigung gedroht usw.) und haben weniger Rechte als Kollegen in anderen Wirtschaftszweigen, die durch Staatsverträge, die meist aus der Zeit der Weimarer Republik und der Nazi-Diktatur unverändert in die bundesdeutsche Verfassung übernommen wurden, geregelt werden.

Dies trifft Millionen Menschen. Obwohl die Finanzierung kirchlicher sozialer Einrichtungen den gleichen Regeln wie die der kommunalen folgt, über Leistungsentgelte wie z.B. Pflegesätze staatlicher Kostenträger geregelt ist, sind die dort arbeitenden Menschen Arbeitnehmer zweiter Klasse. Das muss ein Ende haben. Ordentliche Tarifverträge, Betriebsräte  und gleiche Rechte müssen her. Die Kirchenautonomie sollte sich auf den verkündigungsnahen Bereich beschränken und dieser sollte auch von den Kirchen selbst finanziert werden (und nicht wie bisher Bischofsgehälter vom Staat bezahlt werden etc.).

Die Staatsverträge mit den Kirchen gehören komplett auf den Prüfstand. Es geht auch nicht an, dass mit diesen jeder, egal ob anders- oder nicht gläubig, gezwungen wird, die Kirchen zu finanzieren. Das ist eine nicht zu tolerierende Benachteiligung anderer Weltanschauungen.

Man kann daher nur hoffen, dass ver.dis Weg durch die Instanzen von dem Erfolg gekrönt sein wird, den Jürgen Kühling weiter oben nennt und er dies nicht zu optimistisch sieht.

Wieder einmal zeigt sich, wie wahr Gerd Lüdemanns Worte sind:

Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen.

Die Kirchen haben da noch viel zu lernen. Lehren wir es sie.

Wie sagte schon der olle Hillel sinngemäß: Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?

Siehe auch:

BVG-Urteil zur Vorratsdatenspeicherung

Die gespeicherten Telekommunikationsdaten sind “unverzüglich zu löschen” und “dürfen nicht an die ersuchenden Stellen übermittelt werden”.

 

Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Regelungen des TKG und der StPO über die Vorratsdatenspeicherung mit Art. 10 Abs. 1 GG nicht vereinbar sind. Zwar ist eine Speicherungspflicht in dem vorgesehenen Umfang nicht von vornherein schlechthin verfassungswidrig. Es fehlt aber an einer dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz entsprechenden Ausgestaltung. Die angegriffenen Vorschriften gewährleisten weder eine hinreichende Datensicherheit, noch eine hinreichende Begrenzung der Verwendungszwecke der Daten. Auch genügen sie nicht in jeder Hinsicht den verfassungsrechtlichen Transparenz und Rechtsschutzanforderungen. Die Regelung ist damit insgesamt verfassungswidrig und nichtig.

(Quelle: Pressemitteilung des BVG)

Mit zu den Gewinnern dieses Prozesses zu gehören, freut mich natürlich. Aber die Freude bleibt mir leider im Halse stecken.

Malte Welding trifft da mit seinem Beitrag “Wölfe weiter mit der Beaufsichtigung der Schafe beauftragt – Schafe äußern sich zufrieden” auch meine Bedenken gut.

Da hat niemand aus Versehen oder weil er es nicht besser wusste, ein grundgesetzwidriges Gesetz erlassen. Nein, da wurde ganz gezielt gegen das Grundgesetz verstoßen. Und denen, die diesen Verstoß verantworten, gibt man nun diese Angelegenheit wieder in die Hände:

Genau der Gesetzgeber, der die erste Attacke auf die Verfassung geritten ist. Das liegt in der Natur des Rechtsstaates. Dass aber DIESELBEN PERSONEN es noch einmal versuchen dürfen – das liegt daran, dass es bei uns leider nicht üblich ist, dass gezielter Verfassungsbruch personelle Konsequenzen hat. Personelle Konsequenzen gibt es bei vagen Hitlervergleichen, fragwürdigem Dienstwagengebrauch und Flugzeugmissbrauch – die Verfassung zu schänden ist unproblematisch.
Es müsste jetzt eine Rücktrittswelle ohne gleichen geben. Stattdessen werden die Wölfe weiter die Schafe hüten. Und die Schafe? Die feiern.

Stellen wir uns unser Grundgesetz als Damm vor, dann bedeutet dieses Urteil nur, dass ein gezielt gegrabenes Loch zugeschüttet wurde. Niemand hindert jedoch diese Leute daran, ein Loch genau daneben zu buddeln. Sie tun nicht nur das bzw. werden es tun, nein, sie buddeln laufend unzählige Löcher, im Wissen darum, dass ein paar mehr oder weniger unbeanstandet bleiben, viele kleine auch schnell ein großes werden und sie den Damm so schon noch zum Brechen bringen werden.

Die Flutwelle wird die meisten überraschen. Beim Feiern über ein gerade gestopftes Loch.

Die Konsequenzen zu ziehen, mit der Symptomdoktorei endlich aufzuhören und den Buddlern die Schaufel aus der Hand zu nehmen, das erscheint den meisten – auch dem BVG – wohl immer noch zu erschreckend. Dass die Alternative ein Schrecken ohne Ende ist, das wollen sie nicht wahr haben.

Verdunkelung

Berlusconi lässt Facebook-Profile und Internetseiten “verdunkeln”, die ihm nicht in den Kram passen. Das nenne ich mal eine gute Idee. Schwupps ein kleines Script geschrieben und schon verdunkelt’s mir Berlusconis Seiten, die unserer Parteien, Politiker, Kirchen… Andersdenkenden… 

Verdammt dunkel hier nun … aber gemütlich, sag ich euch! Keiner widerspricht, keiner nervt…

Ich mach‘ mir die Welt … Widdewidde … wie sie mir gefällt…

Alles wird gut.

Morgen …

… darf ich eeendlich das erste Türchen aufmachen!

Ja, ich bin gottbefreit, aber noch nicht schokoladenadventskalenderbefreit – Asche auf mein Haupt! Ihr habt mich ertappt! Ich verspreche, ich arbeite weiter dran, aber macht euch mal nicht zu große Hoffnungen…

… ist nicht mehr Montag!

Ein Montag pro Woche ist echt schon mehr als genug!

… ist alles anders.

Weil, wenn ihr hier etwas nach rechts auf die „Weisheit des Tages“ schaut, lest ihr da heute: „Wahrlich beständig ist allein der Wandel“.

… ist alles wie heute.

Weil, wenn ihr hier etwas nach rechts auf die „Weisheit des Tages“ schaut, lest ihr da heute: „Wahrlich beständig ist allein der Wandel“.

Hach ja.

Was soll ich sagen?

Ein Familienmitglied ist gestorben, plötzlich und unerwartet, wie man so sagt, und viel zu jung. Ich weiß, jung ist relativ. Aber ich erkläre jetzt mal alles für jung, das keine 10 Jahre älter als ich ist. Vielleicht erweitere ich diese Definition später …

Morgen hätte dieser Mensch Geburtstag gehabt.

Und schon stürmen sie wieder alle auf mich ein. Siehste! Wenn du nur dran glaubst, dass zwei Kilo Rindfleisch eine gute Suppe geben, dann hat doch alles keinen Sinn! Was nun? Er ist tot! Und, und, und …

Kinder! Nun landet mal wieder. Ich glaube nicht an das mit dem Rindfleisch und der Suppe. Ich weiß es. Aber ein paar Gewürze und etwas Gemüse gehören auch dazu. Last but not least Wasser.

Dann ergibts auch  Sinn.

Sinn, das sind die Spuren, die wir an und in den anderen hinterlassen. Insbesondere in ihren Herzen.

Sinn ergibt sich allein schon aus der Einzigartigkeit eines jeden von uns, eines jeden Augenblicks.

Wenn ich mich recht erinnere, war es Sokrates, der einmal sagte, dass wir wie Frösche seien, Frösche am Boden eines Sees, die hinauf blicken und denken, sie sähen den Himmel. Doch im besten Falle gerade einmal bis zur Wasseroberfläche blicken können. Ich denke, Sokrates hatte Recht. Hat er immer noch, auch wenn wir sicher weiter sehen können als er.

Wenn unserer Welt in dieser Zeit etwas fehlt, dann ist es Bescheidenheit. Zum Beispiel die Bescheidenheit zu erkennen, dass wir auch heute nur – im besten Falle – bis zur Wasseroberfläche sehen können. Wenn überhaupt. Und dass es daher unredlich ist, Aussagen über das Jenseits (dieser Wasseroberfläche) zu machen. Jeder, der eine Aussage über Gott macht, ihm damit ein Attribut zuweist, tut dies aber. Er ist verdammt unbescheiden. Vermessen. Um nicht zu sagen größenwahnsinnig.

Bis zur Wasseroberfläche ist kein Gott in Sicht, jenseits ist er unvorstellbar. Das, was wir diesseits, bis zur Wasseroberfläche, als Gott ansehen, ist unsere Vorstellung von einem solchen. Leute, guckt einmal heute Nacht in den Sternenhimmel. Und dann tut das von einem hohen Berg aus. Und dann nehmt ein Teleskop. Und dann das beste, was wir zur Zeit haben… Und dann versucht noch mal, mir zu erzählen, ihr könntet euch einen Gott vorstellen – ohne nicht verdammt unbescheiden zu werden, ohne euch nicht maßlos zu überschätzen, ohne euch nichts weiter als einen Übermenschen vorzustellen.

Niklas Luhmann nannte es mal Kontingenzformel Gott …

Ein unvorstellbarer Gott ist von noch niemand kritisiert worden, auch nicht vom heftigsten Atheisten. Wie auch? Das einzige, was kritisierbar ist und je kritisiert wurde, ist eure Vorstellung von Gott. Jede Vorstellung von Gott. Die Eigenschaften, die wir – und da mag ich jetzt selbst mich als Gottlose gar nicht mal ausschließen – ihm andichten.

Letzteres ist unbescheiden, einfach Maßlosigkeit. Maßlosigkeit ist die Geißel unserer Zeit, wenn sie es nicht schon immer war. Zumindest erkannte sie Platon schon als Problem, war doch Maß eines seiner vier Grundwerte, neben Gerechtigkeit, Tapferkeit, Klugheit.

Und entgegen der Annahme eines Freundes, der mich gerade wieder darauf hinwies, dass die Zunahme der Depression in unserer Zeit eine Folge des mangelnden Glaubens an Gott sei, denke ich, ist auch sie ein Symptom unserer zunehmenden Maßlosigkeit. Ich weiß nicht mehr, wer es sagte, aber ich meine, es sind sogar die Worte des gläubigen Anselm Grün, die mich da bestätigen: Depression sei ein Hilfeschrei der Seele gegen unsere maßlosen Ansprüche – insbesondere auch an uns selbst. Wir müssen immer flexibel, immer klug, immer angemessen, kurz: immer perfekt sein. Immer erfolgreich. Immer ehrgeizig. Immer mutig. Immer angstfrei. Nie traurig. Nie schwach. Nie dumm. Nie lustlos. Auf alles eine Antwort haben. Und sei es die namens Gott.

Unerfüllbare Normen aufstellen, dient nicht nur den Religionen dazu, den Menschen besser steuerbar, manipulierbar zu machen. Das ist tagtägliche Praxis, in unseren Firmen, unseren Beziehungen …

Gerade gestern warf man mir wieder an den Kopf, auch alles Wissen mache noch lange nicht weise. Ja, was macht denn weise? Mir einen Gott vorzustellen?

Was bedeutet für mich Weisheit?

Nicht an einer ungerechten Welt zu verzweifeln? Nicht an den menschlichen Mankos zu verzweifeln? Nicht an meinen Mankos zu verzweifeln?

Weisheit ist für mich zum einen der Mut, die Tapferkeit, das zu ertragen, was ich nicht ändern kann. Zum anderen, das zu verändern, was ich nicht ertragen muss, weil ich es eben ändern kann, zumindest zu einer Änderung beitragen kann. Weisheit ist auch Maß halten. Insbesondere auch sich selbst gegenüber.

Glück resultiert aus glücklich machen. Glücklich machen ist auch weise.

Weise ist es, zum Aufbau einer Ordnung beizutragen, deren Säulen es sind, dass die Würde des Menschen unantastbar und jedem in Not Hilfe anzubieten ist. Allein davon sind wir noch Äonen entfernt.

Weisheit ist das Warum, das uns – frei nach Nietzsche – fast jedes Wie ertragen lässt.

Weise ist es, so etwas hier in die fast unendlichen Weiten des Net abzulassen, weil es mir danach irgendwie besser geht ;-P Warum? Geteiltes Leid ist halbes Leid? 😉

Morgen?

… bin ich vielleicht schon außer Sicht, jenseits der Wasseroberfläche. Oder du.

Oder um es mit der Weisheit eines Forrest Gump zu sagen: Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt ….

Irrsinn allüberall und 2015 kommt Gott

Wir scheinen wirklich der Endzeit entgegen zu gehen. Dem Ende der Aufklärung … Oder kommt es mir nur so vor, dass der Irrsinn zunimmt? Homöopathie-Studium an der Uni Magdeburg, Astrologieausbildung finanziert von der Bundesagentur für Arbeit (siehe auch hier) …

Aber es gibt immer noch Lichtblicke, noch ist Hopfen und Malz nicht verloren 😉 „Denken ist böse“ Das im Artikel angesprochene Buch „Welcome to your Brain: Ein respekloser Führer durch die Welt unseres Gehirns“ habe ich mir bereits angetan und kann ich nur jedem empfehlen, der auf angenehme Art und Weise in die Welt der modernen Neurowissenschaften einsteigen möchte. Sehr gut verständliche Einführung in die Funktion unseres verlängerten Rückgrats inklusive – gerade in diesen Zeiten dringend notwendiger – Gebrauchsanweisung 😉 Mehr Buchtipps von mir findet ihr übrigens hier. Ist ja bald Weihnachten! 😉

Dann war da noch…

Und ich sach noch … Wir brauchen ein neues Datum, 2012 ist ja bald… Ich habe ja schon Wetten laufen, welches das sein wird, und nun gibt es einen neuen heißen Kandidaten: 2015!

Höret und staunet: 2015 kehrt niemand geringerer als Gott persönlich zurück zur Erde! Na, mal gucken, wie das diesmal ausgeht… Ob dann in den Kirchen demnächst elektrische Stühle über dem Altar hängen? Oder Revolver? Giftspritzen? Messer? 😉 Zeitgemäß…

Also gut, der Reihe nach, er muss ja erst mal kommen.

Mark Blitz, Pastor der El Shaddai Ministries in Bonney Lake, Washington, hat festgestellt, dass es zwischen dem 15. April 2014 und dem 28. September 2015 vier aufeinander folgende totale Mondfinsternisse gibt. Und da der Mond bei Finsternissen rötlich wirkt, bezieht er das nun wieder hier drauf:

„Die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der große und furchtbare Tag Jahwes kommt“ (Joel 3,4)

Naja usw. usf. Mehr dazu beim guten Astrodicticum Simplex (Auch so’n Lieblingsblog von mir, wie euch sicher nicht entgangen ist 😉 )

Na, liebe Leutz, wenn das nicht alles toppt! Menno, werden das spannende Jahre! ;-D

BTW last but not least: Florian Freistetter hat eine tolle FAQ zum Thema 2012 zusammengestellt:

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