Dies ist das Archiv für Februar 2009.

Evolutionstag statt Christi Himmelfahrt

Erstellt am 27.02.2009 um 18:14 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Am Aschermittwoch startete die Giordano Brunno Stiftung (GBS) eine Kampagne zur Änderung der Feiertagsgesetze:

Das Darwin-Jahr 2009 biete einen hervorragenden Anlass, um den enormen Erkenntnisgewinn durch die Evolutionstheorie gesellschaftlich stärker zu verankern, erklärte gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon am Stiftungssitz in Mastershausen. Eine gute Möglichkeit hierfür sei die Einrichtung eines offiziellen Feiertags: “Am Evolutionstag sollte gefeiert werden, dass wir endlich den kindlichen Narzissmus überwunden haben, der uns dazu verleitete, unsere Art als ‘Krone der Schöpfung’ zu betrachten.”

Da nicht zu erwarten sei, dass die gesetzgebenden Länder den “Evolutionstag” als zusätzlichen Feiertag einführen werden, biete sich die offizielle Umbenennung eines bereits bestehenden christlichen Feiertags an, heißt es in dem von Schmidt-Salomon verfassten Petitionstext. Der hierfür am besten geeignete Kandidat sei “Christi Himmelfahrt”, einer der neun bundeseinheitlich geltenden Feiertage. Christi Himmelfahrt empfehle sich schon allein deshalb, weil viele Familien an dem Tag Ausflüge in die Natur unternehmen würden. “Angemessener kann ein ‘Evolutionstag’ kaum begangen werden!”, sagte der gbs-Sprecher, der mit dem kürzlich erschienenen Kinderbuch “Susi Neunmalklug erklärt die Evolution” einen der provokantesten Beiträge zum Darwin-Jahr vorgelegt hat.

Für die Umbenennung von Christi Himmelfahrt in Evolutionstag spreche, so Schmidt-Salomon, dass die Mehrheit der in Deutschland lebenden Christen nicht mehr “an das Glaubensdogma der leiblichen Auffahrt Jesu in den Himmel” glaube. Außerdem müsse endlich auch das konfessionsfreie Drittel der Gesellschaft berücksichtigt werden, dem aus Fairnessgründen ein Drittel der gesetzlichen Feiertage zustehe. “Davon sind wir noch meilenweit entfernt!”, kritisierte Schmidt-Salomon. “Die Umbenennung von Christi Himmelfahrt in Evolutionstag wäre ein erstes Anzeichen dafür, dass dieser Staat in seiner Feierkultur nicht nur gläubige Christen respektiert, sondern auch die vielen Millionen Bundesbürger, die eine dezidiert säkulare Weltsicht vertreten.”

Die Petition zur Umbenennung von Christi Himmelfahrt in Evolutionstag kann auf dem Internetportal zum Darwin-Jahr unterzeichnet werden. Zur Unterstützung der Kampagne hat die Giordano Bruno Stiftung heute Charles Darwin persönlich in den Ring geschickt. In dem u.a. auf YouTube veröffentlichten Musikvideo “Children of Evolution” erklärt der Jubilar in fröhlicher Rockstarpose, warum es keine Schande ist, ein “nackter Affe” zu sein…

Direkter Link zur Petition “Evolutionstag statt Christi Himmelfahrt!”: http://www.darwin-jahr.de/e-day

Beim Spiegel gibt es auch einen Bericht dazu, inkl. einer Abstimmung, bei der sich 8477 beteiligt haben, von den 69,81% (5918 ) für den Evolutionstag und 25,35% (2149) dagegen gestimmt haben. 4,84% (410) war es egal.

Ich persönlich fände so einen Feiertag klasse, nicht nur bezüglich Darwin, sondern auch um allgemein einmal die Errungenschaften der Naturwissenschaft zu feiern, eine gute Gelegenheit für vielfältige Veranstaltungen, die z.B. die ganze Familie in die Uni und Museen locken usw. usf.

Bis eben hatten 3821 Leute die Petition unterschrieben.

   
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Atheisten leben gefährlich

Erstellt am 25.02.2009 um 18:49 Uhr | Diesen Beitrag drucken

… nicht etwa nur in islamistischen Staaten, nein mitten unter uns in Europa im Jahre 2009 drohen Religiöse, Busse anzuzünden…

 

Schweizer Atheisten leben gefährlich

“Wahrscheinlich gibt es keinen Gott. Also mach dir keine Sorgen und genieß dein Leben.” Seit einigen Wochen ziert dieser Slogan den öffentlichen Nahverkehr Londons. Die Kampagne, ursprünglich als Gegenpol zu einer religiösen Anzeige gedacht, in der Atheisten vor unendlichem Leid in der Hölle gewarnt werden, sollte nun auch in der Schweiz umgesetzt werden.

Leider bewiesen einige fanatische Eidgenossen weit weniger Humor als ihre Brüder im Geiste auf der Insel: In Luzern wurden die örtlichen Verkehrsbetriebe bedroht, Busse sollten bei der Umsetzung der Kampagne angezündet werden. […]

Quelle: Scienceblogs

Siehe auch:

Nun, da bin ich ja gespannt, wie das mit der deutschen Bus-Initiative läuft…

Ihr lieben fundamentalistischen Religiösen, ihr lieben fundamentalistischen Christen, so etwas nennt man freie Meinungsäußerung, die ein grundlegender Wert unseres Grundgesetzes und der Menschenrechte ist, unter viel Leid errungen von frei denkenden Menschen während der Aufklärung. Gewöhnt euch besser dran ;-)

Wir nicht religiösen Menschen sehen und hören tägliche eure Werbung, auf Plakaten, in der Presse, in TV und Radio usw. Ihr werdet nun unsere auch immer öfter sehen und hören. Wir können uns natürlich auch darauf einigen, dass weder unsere noch eure in den öffentlichen Raum eines säkularen Staates gehören. Wir können uns darauf einigen, dass wir endlich die (zumindest bei uns in Deutschland) noch unvollständige Trennung von Staat und Kirche vollenden.

Dann könnten wir uns solch einen Kindergarten mit Werbung und Gegenwerbung und erneuter Gegenwerbung und … … … ersparen. Das wäre mir auch sehr, sehr recht. Dann könnten wir das Geld für sowas für sinnigere Dinge ausgeben, z.B. es Menschen und sozialen Projekten zukommen lassen. Wovon wir alle, religiös oder nicht-religiös sicher viel, viel mehr hätten.

Wie auch immer: Toleranz ist keine Einbahnstraße.

Sie lasen “Christliche Werte” Teil 12. ;-)

   
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Recht auf Sterben

Erstellt am 21.02.2009 um 16:19 Uhr | Diesen Beitrag drucken

In meinem Bekanntenkreis versucht gerade jemand, sein Recht auf Sterben (er meint, ein Recht auf Leben beinhaltet auch ein Recht auf Sterben) durchzusetzen. Er ist unheilbar krank, leidet aber trotz guter palliativmedizinischer Versorgung sehr. Er sagt, er möchte gern bewusst sterben, sich bewusst von seinen Lieben verabschieden können, dies alles eben, so lange er noch bei klarem Verstand ist und dies kann. Er möchte dies in Form einer Abschiedsfeier gestalten, wo er dann irgendwann “in den Zug einsteigt, abfährt und noch einmal allen zuwinkt”. Ihm dies zu verweigern - gar noch mit dem Hinweis auf einen Gott, an den er nicht glaubt - sei zutiefst unmenschlich und menschenunwürdig. Der Kampf, den er dabei führen muss, wäre schon für einen gesunden Menschen eine sehr harte Nuss, bei jemand in seiner Situation frage ich mich, wie er das überhaupt schafft …

Ein gemeinsamer Bekannter, seines Zeichens gläubiger Katholik, sagte ihm, das Leben sei ein Geschenk Gottes, er antwortete ihm, mit dem Schenken geht etwas in meinen Besitz über, meine Verantwortung, aber auch mein Bestimmen darüber. Ein Geschenk darf ich auch an den Schenkenden zurück geben.

Praktisch die gleichen Worte fand ich nun in einem Artikel von Friedrich Wilhelm Graf (lehrt Systematische Theologie und Ethik an der Universität München) in der Süddeutschen: Klerikaler Paternalismus
Und:

Zur Patientenverfügung betonen beide Kirchen, dass der in gesunden Lebenszeiten einst bekundete Wille vielleicht gar nicht dem aktuellen Willen des Kranken entspreche. Man könne eine so weitreichende Entscheidung nicht “im Vorhinein” treffen, liest man in amtlichen katholischen Texten. Dieselbe Institution deutet die Ehe als Sakrament und leitet daraus ihre Unauflöslichkeit ab. Muss ich mich hier nicht selbstbestimmt ein für allemal binden?

Sicher ist eine Patientenverfügung auch etwas, das unbedingt vor Missbrauch zu schützen ist. Aber ein Testament gilt z.B. auch ohne vorherige Zwangsberatung und notarielle Beurkundung (wie Bosbach sie z.B. fordert). Und Kinder in die Welt setzen - also Leben schenken - darf auch jeder, ohne Zwangsberatung, entsprechende Ausbildung, notarielle Beurkundung usw. Und natürlich geht es hier auch nicht darum, dass andere bestimmen, welches Leben lebenswert oder eben nicht ist. Das ist auf jeden Fall strikt abzulehnen. Nein, es geht um mein Recht auf Selbstbestimmung.

Warum und vor allem mit welchem Recht (ich meine nicht das juristische, in unsern Gesetzbüchern stehende, sondern ethische) Menschen zum Leben zwingen, auch wenn sie sich nichts sehnlicher wünschen als zu sterben? Darf ich jemand die Selbstbestimmung über Art und Weise seines Lebensende verweigern?

Ein lesenswerter Artikel von Hans Küng dazu, zu dem Leid, das die augenblickliche Situation über Menschen, die sterben wollen, ihre Angehörigen, die sie Liebenden, aber auch Pflegende und Ärzte bringt: Der Fall Walter Jens - “Mich erschüttert dieser Mann”

Wer sowas in der eigenen Nähe schon mal erlebt hat oder wem auch nur Walter Jens ein Begriff ist, der kann das, denk ich, gut nachfühlen …

   
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Rechtsextremismus in der RKK

Erstellt am 18.02.2009 um 17:26 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Ich setze mal meine kleine Reihe der “Christlichen Werte” mit einem Teil 11 in Form einer kleinen Presseschau fort ;-)

Gerhard Maria Wagner ist also nun auf dem Rückzug. Fein.

Der Wiener Kardinal und Erzbischof Christoph Schönborn hatte das Krisentreffen in Wien einberufen, nachdem die Ernennung Wagners zu einer Welle von Kirchenaustritten geführt hatte. Die meisten der insgesamt zehn Bischöfe hatten sich mehr oder weniger deutlich gegen die Ernennung des als ultrakonservativ geltenden Wagners ausgesprochen. Schönborn selbst nannte die Klausur im Vorfeld öffentlich «Schadensbegrenzung».

Wagner hatte am Sonntagabend seinen Amtsverzicht bekanntgegeben. Der Vatikan habe seinem Wunsch entsprochen, berichtete die amtliche katholische Nachrichtenagentur Kathpress. Seine Ernennung durch Papst Benedikt XVI. war von großen Teilen der Priesterschaft in der Diözese Linz öffentlich abgelehnt worden. Am Sonntag wurde bekannt, dass eine Gruppe Geistlicher sogar eine Art Volksbegehren gegen Wagner einleiten wollte.

Wenn Wagner Naturkatastrophen für eine Strafe Gottes hält (so äußerte er sich z.B. ja mal bezüglich des seiner Meinung nach verruchten New Orleans), wie deutet er dann wohl dies Ereignis? Pius-Brüder Opfer von Lawine

Weiter geht es mit der Münsterschen Zeitung:

Kirchenkritiker Herrmann: Schwächster Papst seit 150 Jahren

[…] Der 68-jährige gebürtige Österreicher war einst der jüngste deutsche Universitätsprofessor der Theologie, wurde 1970 zum Professor des Kirchenrechts an die Uni Münster berufen. 1981 trat er nach jahrelangem Ärger um seine Forschung und Lehre und dem Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis aus der katholischen Kirche aus und wechselte freiwillig in die soziologische Fakultät. […]

Was müssten Papst und Kirche denn tun, um wieder näher an die Menschen heranzurücken?
Herrmann: Der Fehler liegt im System. Das freie Wort ist nicht erlaubt. Es gibt so viele Berufstheologen, aber sie machen den Mund nicht auf, weil sie Angst um ihr Amt haben. Der Vatikan ist eine Altmännergesellschaft, und um dort Karriere zu machen, braucht es ein gebrochenes Rückgrat. Die Jungen sind da ähnlich, sie wollen ja Karriere machen. Der Papst als absolutistischer Herrscher ist der Einzige, der den Laden aufräumen könnte. Es gibt einen riesigen Reformstau. Aber von Benedikt ist in dieser Beziehung nichts zu erwarten. […]

Ein schönes Beispiel zu “das freie Wort ist nicht erlaubt” findet sich bei der Tagesschau:

 Professoren droht Entzug der Lehrerlaubnis

Bischof geht gegen Papst-Kritiker vor

Wegen des Streits um den Umgang des Vatikans mit der Piusbruderschaft müssen drei Theologieprofessoren um ihre Lehrerlaubnis fürchten. Der als besonders papsttreu geltende Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller drohte ihnen in einem Schreiben mit dem Entzug der Lehrerlaubnis, weil sie eine Petition mit kritischen Tönen gegenüber Papst Benedikt XVI. unterzeichnet hatten.

Anerkennung der Beschlüsse des II.Vatikanums

Im Streit zwischen Bischof Müller und den drei Professoren der Regensburger Universität geht es um die “Petition Vaticanum 2″ mit dem Titel “Uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils gefordert”. Diese Anerkennung lehnen die Mitglieder der erzkonservativen Priesterbruderschaft Pius X. ab, darunter der Holocaust-Leugner Richard Williamson.

Vor allem eine Passage der unter anderem von den drei Theologieprofessoren unterzeichneten Petition löste das Einschreiten Müllers aus. Darin geht es um die Rücknahme der Exkommunikation von Bischöfen der Piusbruderschaft durch Papst Benedikt XVI. “Durch diese Rückwärtswendung wird es zugelassen, dass Teile der römisch-katholischen Kirche - neben vielem anderen - offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des II. Vatikanischen Konzils ablehnen dürfen”, heißt es dazu in der Petition. […]

Die Professoren hätten sich mit ihren Unterstellungen “selbst als katholischer Theologe disqualifiziert”.

Und dann war da noch was im Spiegel… Etwas, das mir regelrecht übel werden lässt. Trotzdem unbedingt lesen! Wobei, dass David Irving und Richard Williamson gute Freunde sind, wundert ja nicht, ebenso nicht die freundschaftlichen Beziehungen des hessischen Piusbruders und Priesters Hans Milch zur rechtsextremistischen Szene.

[…] die katholische rechte Szene hat sich über die Jahre zu einer schillernden Subkultur entwickelt. Da finden sich die Sedisvakantisten und die Petrusbruderschaft, beides Abspaltungen der Piusbruderschaft, das Engelwerk oder Opus Angelorum, die Katholische Pfadfinderschaft Europas, die Legionäre Christi oder der Orden Servi Jesu et Mariae.

Die Eiferer zur Rechten Gottes kommunizieren vorzugsweise über die Internet-Plattform “Kreuz.net - katholische Nachrichten”. Als Betreiber fungiert ein “Sodalicium”, eine “Kameradschaft für Religion und Information”. Der Versuch der Strafverfolgung scheiterte bisher immer daran, dass die Server vermutlich in Kalifornien stehen. Auf Kreuz.net agitieren Abtreibungsgegner des Engelwerks, hetzen Homophobe gegen Schwule als “Sodomisten”, und der Holocaust wird als “eine Erfindung jüdischer Kreise in den USA” entlarvt. Die Überschriften des vielgenutzten “Nachrichtenportals” sind eindeutig: “Schlimmer als Neger” oder “Den Holocaust hat es nie gegeben”.

Im fahrlässigen Umgang mit der kirchlichen Rechten hat sich besonders der Kölner Kardinal Joachim Meisner hervorgetan. […] Meisners Erzbistum im Westen der Republik ist zum Sammelbecken rechtsgläubiger Katholiken geworden, von Anhängern des Opus Dei bis hin zu den Legionären Christi. Dem emeritierten Weihbischof Max Ziegelbauer erlaubte der Kardinal, die lateinische Messe im alten Ritus in der Kölner St.-Kunibert-Kirche zu zelebrieren. Dabei sprachen die Gläubigen antisemitische Gebete gegen “die verworfene Judenschar”. Ein Kölner Pfarrer war “erschrocken über etliche kahlgeschorene Mitbeter in den Kirchbänken”.

Meisner und andere deutsche Bischöfe stellen auch Priestern aus der Petrusbruderschaft Kirchen in ihren Bistümern zur Verfügung. Dort zelebrieren diese mit Erlaubnis der römisch-katholischen Kirche ihre Messen nach dem Werk “Das vollständige römische Messbuch” in der Fassung von 1962 - antisemitische Passagen inklusive. […]

Bereits 1994 formierte sich in Stuttgart nach einem Auftritt des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider bei der örtlichen FDP ein “Cannstatter Kreis”. Die rechte Truppe avancierte rasch zum Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes, der ihn als “Plattform” einstufte, “um sich im rechtsextremistischen Lager über alle Grenzen hinweg zusammenzuschließen”.

Aus den Reihen der Piusbrüder stellte sich der damalige Distriktobere Markus Heggenberger der Gruppe als Referent zur Verfügung. Den Schulterschluss mit der neuen Rechten demonstrierte der Katholik - wie andere Piusbrüder auch - mit einem Interview in der “Jungen Freiheit”. […]

Die ideologische Schnittmenge zwischen fundamentalistischen Katholiken und der Neuen Rechten ist beachtlich. Aus Endzeitstimmung, Paranoia, Verschwörungstheorien, Ablehnung der Aufklärung und der Moderne bauen sich viele am rechten Rand von Kirche und Gesellschaft ein extremistisches, von Hass durchtränktes Weltbild zusammen. Ihre Protagonisten gefallen sich als verfemte Außenseiter, die wie Märtyrer für ihren Glauben und ihre Überzeugungen einstehen.

Meisner & Co, das sind auch die Leute, die sich als “Christen” und Vertreter der “Kirche” (ja, der einzig wahren Kirche, wenn es nach dem Papst geht) als Hüter von Ethik, Werten und Moral aufspielen, sich damit dauernd in die Politik einmischen wollen, und sich ständig irgendwo in ihren “religiösen Gefühlen” beeinträchtigt fühlen. Und diese Institution Kirche wird nicht nur mit Kirchensteuern, sondern Steuern aller, Atheisten, Juden, Moslems & Co finanziert. Solchen Leuten vertrauen Eltern ihre Kinder an…

   
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Wie Marketingfirmen Blogs, Foren & Co missbrauchen

Erstellt am 17.02.2009 um 18:08 Uhr | Diesen Beitrag drucken

In letzter Zeit beobachte ich in diversen Blogs, Foren etc. eine zunehmende Unsitte (wohlwollend ausgedrückt), wie diese hier von der BooCompany Beschriebene: Bertelsmann spammt

Ein Beispiel aus meinem Forum ist der User “Okawango

Die IP führt über die m-net Telekommunikations-GmBH als Provider zur onMarketing – autonaut GmbH. Die schreibt z.B. hier über sich:

Über onMarketing
onMarketing ist Unternehmensbereich der in München ansässigen autonaut GmbH. Unter www.einfach-mobilfunk.de betreiben die Spezialisten für Marketing und Vertrieb exklusiv das gesamte Affiliate-Programm des Mobilfunkdiscounters simply. Weitere Unternehmensbereiche der autonaut GmbH sind die Adsense-Alternative PEAKVERT und das umfassende Sportportal Sportgate.de.

Okawango hat bei mir z.B. für rslcom geworben und siehe da, welch Überraschung ;-), finden wir diese unter den Kunden von onMarketing.

So, liebe onMarketinger, lieber Okawango, ihr wolltet kostenlose PR? Jetzt habt ihr sie! ;-)

Wie heißt es auf eurer Website so schön?

Das www ist unsere Droge
Das Web ist sexy, Moral auch, Spaß erst recht: wir haben die optimale Kombination daraus für uns gefunden.

Damit besetzen wir erfolgreich eine Nische, die bald keine mehr ist. Wir verhelfen Ihnen so zu nachhaltigem Absatz. Denn auch hier bei uns tummeln sich eine Menge Lohas.

Was Moral und Spaß für uns bedeutet?!

Wir erlauben uns den Luxus, nicht jedes Produkt und jede Dienstleistung zu unterstützen, erscheint uns dieses - in einer von Turbokapitalismus und Neoliberalismus gebeutelten Welt - nicht die nötige Daseinsberechtigung zu haben.

Wir erlauben uns den Spaß. Spaß an unserer Arbeit mit unseren Kunden und Projekten. Dementsprechend ist Geld wichtig, aber nicht das Wichtigste.

[…]

Wir erlauben uns zu wirken, zu werben und zu verkaufen, wo sich Charakter, Einstellung und der Wunsch, in einem Umfeld von sozialkompetenten und ihrer Umwelt privat als auch beruflich verantwortungsbewusst gegenübertretenden Menschen, nicht ausschließen, sondern bedingen.

Na, da fühl ich mich doch gleich richtig geehrt, dass ihr bei mir werben wolltet … hach. Ach, über den Preis werden wir uns auch noch einig, jetzt, wo ich weiß, dass Geld für euch nicht das Wichtigste ist… :-D

Ja und überhaupt, wie sagte Oscar Wilde so schön? “Morality is simply the attitude we adopt towards people whom we personally dislike.” ;-)

Ja und natürlich weiß ich nicht, ob Okawango im Auftrag der Firma onMarketing handelte oder einfach nur über die Stränge schlug. Das dürft ihr mir aber gern mitteilen ;-) Wir werden dann sehen, wie das weiter geht …

   
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Die Zeitbomben des Zweiten Vatikanischen Konzils

Erstellt am 10.02.2009 um 19:51 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Mal ein Schmankerl für Kuschelchristen ;-)

Unter dem Titel: “Die Zeitbomben des Zweiten Vatikanischen Konzils” findet sich auf der Internetseite des “Christlichen Informationsforums” MEDRUM ein Vortrag des deutschen Distriktoberen der „Pius-Bruderschaft”, P. Franz Schmidberger, vom 9. April 1989, den dieser in Mainz vor der Bewegung “actio spes unica” gehalten hat, in einer aktualisierten Fassung vom Oktober 2008.

Daraus geht imho eindeutig hervor, dass Williamson keine extreme Ausnahme dieser Bruderschaft darstellt, im Gegenteil, und diese Bruderschaft ein Fall für den Verfassungsschutz ist. Siehe zu Letzterem auch im Handelsblatt: Extremistische Bestrebungen - Verfassungsschutz soll Pius-Brüder beobachten Auf jeden Fall muss solchen Leuten umgehend die Erlaubnis entzogen werden hierzulande Schulen zu betreiben!

Hier ein Artikel des hpd dazu und hier der Link zum Vortrag.

Auch, wenn den Vortrag ganz lesen zumindest mir einiges an Masochismus abverlangte, sollte man es ruhig mal tun.

Interessant ist auch folgender Teil daraus, der “Drei-Phasen-Plan”:

Wir warten mit Sehnsucht auf das Schuldbekenntnis jener, die durch das II. Vatikanische Konzil und die daraus folgenden Reformen die Kirche der Erniedrigung und die Seelen dem Verderben ausgeliefert und dem Dreifaltigen Gott die schuldige Ehre geraubt haben. „Initium operum bonorum confessio est operum malorum”, sagt der heilige Augustinus in seinem Kommentar zum Johannesevangelium: „Der Beginn der guten Werke ist das Bekenntnis der bösen Taten.”

Ernennungen konservativer Bischöfe, die vermehrte Feier der heiligen Messe im überlieferten Ritus, die Rückkehr zur ehrfürchtigen Kommunionspendung und dem anbetenden Empfang ist sehr zu begrüßen. Wenn sich aber die Restauration unter Ausblendung des Problems der Lehre und des Glaubens darauf beschränkt, dann ist es eine falsche Restauration. Hier liegt der Kardinalfehler bei den meisten Ecclesia-Dei-Gruppen; sie versagen sich dem Kampf gegen die Irrtümer des II. Vatikanums und gegen den Liberalismus im Allgemeinen. Man ist geneigt, von „Erbsünde” und Fahnenflucht zu sprechen.

Daher hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. in ihren Gesprächen mit Rom seit dem Jahr 2000 unablässig einen Drei-Phasen-Plan vorgestellt:

  1. Wir bitten als Vorleistung von Rom die öffentliche Rehabilitierung der überlieferten heiligen Messe - dies ist durch das Motuproprio vom 7. Juli 2007 einigermaßen erfüllt worden. Darüber hinaus erbitten wir die Zurücknahme des Exkommunikationsdekrets gegen die vier von Erzbischof Lefebvre geweihten Bischöfe, die nicht aufgrund einer Notsituation in der Bruderschaft, sondern einer Notsituation in der Kirche konsekriert worden sind; eine Notsituation, hervorgerufen durch den im II. Vatikanum triumphierenden Liberalismus und die neue Theologie.
  2. Wir wollen wenigstens die großen Linien bezüglich der Neuausrichtung der Kirche mit den römischen Behörden oder eigens dazu ernannter Theologen offen debattieren, insbesondere den Ökumenismus, die Religionsfreiheit und die Kollegialität. Oder sollen wir in einem rein praktischen Abkommen, wie Kardinal Castrillön Hoyos es dringend wünscht, die beanstandeten Konzilstexte grundsätzlich anerkennen und beispielsweise mit Hochachtung den Islam betrachten, der in wenigen Jahren in Deutschland die Kirchenglocken durch den Muezzinruf ersetzt haben wird?
  3. Sobald wir über die Grundprinzipien in der Lehre einig sind, einig auf der Grundlage der 2000-jährigen unveränderlichen Lehre, steht die Priesterbruderschaft St. Pius X. in einer ihr verliehenen angemessenen rechtlichen Struktur Papst und Bischöfen für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt Gottes mit Freuden zur Verfügung.

Rom muss die verheerenden Zeitbomben des II. Vatikanischen Konzils entschärfen und vollkommen beseitigen. Dafür zu arbeiten und zu beten ist Pflicht eines jeden aufrechten Katholiken. Der verheerende Konzilsgeist muss niedergerungen, der Spalt, durch den der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen ist, sofort geschlossen werden.

Inzwischen gilt es, heldenhaft unter dem Kreuz der Ausgrenzung auszuharren. Wir vertrauen dieses Anliegen der allerseligsten Jungfrau Maria, der Mutter der Barmherzigkeit an, die ihren bedrängten Kindern immer zur Seite gestanden hat, um sie gegen die Irrtümer und Verführungen Satans zu verteidigen. Sie ist weder liberal noch modernistisch: Sie kennt keinen anderen Gott als ihren vielgeliebten Sohn. Mit ihr zusammen singen wir das

Christus vincit - Christus regnat - Christus imperat!
Christus siegt - Christus regiert - Christus herrscht!

Stuttgart, im Rosenkranzmonat Oktober 2008.”

Alles klar? Nachtigall, ick hör dir trappsen?

Karfreitagsgebet, Rekommunikation der Pius-Brüder und das hier und …

Wie sieht es eigentlich mit der Versöhnung mit den “linken” Anteilen der katholischen Kirche aus, den liberalen, wird da auch fleißig rekommuniziert? Es geht doch schließlich nur um Einheit, Vergebung … heißt es doch.

(Christliche Werte  Teil 10)

   
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Der Dalai Lama twittert [Update]

Erstellt am 08.02.2009 um 19:54 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Oder treffender: Sein Office … Wann twittert der Papst? (Oder habe ich da was verpasst?)

Und schafft er dann den Dalai Lama zu toppen? Innerhalb weniger Stunden tausende Follower… Siehe @OHHDL

(via Sprechblase)

Update 9.2.09

Der Dalai Lama twittert … nicht mehr. Der Account wurde von Twitter wegen “strange activity” geschlossen. War er nun echt oder nicht? Abwarten und Tee trinken… ;-)

   
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Bundestagspetition für ein Bedingungsloses Grundeinkommen

Erstellt am 04.02.2009 um 02:43 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Bis zum 10.2. läuft noch die Petition “Reformvorschläge in der Sozialversicherung - Bedingungsloses Grundeinkommen” und wartet auf euch und eure Unterschrift ;-)

Wer noch nie etwas von bedingungslosem Grundeinkommen gehört hat, noch nicht so recht weiß oder Bedenken hat, sieht sich am besten den Film “Kulturimpuls Grundeinkommen” von Daniel Häni und Enno Schmidt an. Mehr Infos auch auf deren Homepage oder im Booklet zum Film oder beim Netzwerk Grundeinkommen.

   
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Im Sinne der Fairness: Gemeinnützig? Nix da! Gewinn!

Erstellt am 03.02.2009 um 19:25 Uhr | Diesen Beitrag drucken

In der “Petersberger Erklärung - Anstöße für eine zukunftsgerichtete Arbeitsmarktpolitik” lesen wir Alles in Allem ein “Weiter so!” Weiter privatisieren, weiter “liberalisieren”, weiter umverteilen von unten nach oben, weiter lohndumpen, mehr “Working Poor”, weitere Schwächung der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften … immer weiter so! Schließlich haben wir doch alle schon dies Land, in dem Milch und Honig fließen, das uns dies “Weiter so!” bringt, vor Augen. Schließlich lesen und hören wir doch tagtäglich in den Nachrichten, wie toll das alles funzt, welch Segen dies über uns alle bringt, nicht mehr lange und wir haben Hartz IV für alle. Na gut, nicht für alle. Für 99%. Dem restlichen 1% gehören dann nicht mehr nur 25% des Vermögens wie bisher, denen gehört dann 99%. Dann hat endlich alles seine Ordnung.

Einer der sechs Autoren und Unterzeichner dieser “Petersberger Erklärung” ist Professor Gert G. Wagner, Vorsitzender der “Kammer für soziale Ordnung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)” (ich gehe mal davon aus, dafür muss man gläubiger evangelischer Christ und Kirchenmitglied sein). Natürlich hat er nicht in dieser Funktion unterzeichnet, sondern im Rahmen seiner Tätigkeiten für das “Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung” in Berlin, die “Technische Universität Berlin und das Max-Weber-Kolleg” an der Universität Erfurt. Also im Rahmen unserer (Wirtschafts-) Elite, könnte man wohl sagen. (Apropos Elite, ein schönes Beispiel finden wir da auch hier.)

Und wofür spricht der Herr Wagner sich da aus?

Soziale Dienste marktfähig machen

Gerade im beschäftigungsintensiven Dienstleistungssektor, etwa bei der Freien Wohlfahrtspflege – hier insbesondere im Gesundheitswesen und bei der Alten- und Kinderbetreuung – sind nach wie vor erhebliche marktbeschränkende Regulierungen und Monopolisierungen zu beobachten, die aufgebrochen werden müssen, um die vorhandene Beschäftigung zu legalisieren und das nicht unerhebliche Wachstumspotenzial zu erschließen. Verwerfungen gibt es zudem durch die ungleiche Konkurrenz von privatwirtschaftlichen und gemeinnützigen Trägern. In vielen Bereichen der sozialen Dienste muss das Gemeinnützigkeitsprivileg auf den Prüfstand. Darüber hinaus sprechen auch Fairnessgründe dafür, die Tätigkeit in sozialen Diensten grundsätzlich marktfähig zu machen.

Die Kaufkraft auf Märkten für soziale Dienste kann durch „Gutscheine“ nicht nur sichergestellt, sondern verteilungspolitisch befriedigender als bisher ausgestaltet werden. Öffentlich geförderte Dienstleistungsagenturen könnten überdies einen wichtigen Beitrag zur Organisation des Marktes leisten.

Fairness… So. So.

Caritas und Diakonie mit ihren rund 1,1 Millionen Beschäftigten sollen also gewinnorientiert arbeiten und der Privatwirtschaft angeglichen werden. Zukünftig bestimmt dann die Kaufkraft vor Ort und nicht mehr der Bedarf das Angebot sozialer Dienste. Und wem die Kaufkraft fehlt (wir sehen ja alle tagtäglich, dass das immer weniger werden, nicht wahr?), der bekommt dann erst mal “Gutscheine”. Ja nee, is’ klar. Das ist fair. Nee, also echt jetzt! Seht ihr das nicht? Total fair! Oder für wen war da jetzt die Fairness gedacht?

Wer in Caritas und Diakonie arbeitet, weiß, dass das keine Zukunftsalbträume sind. Da sind nicht nur die Weichen gestellt, der Zug fährt bereits und nimmt von Tag zu Tag Tempo auf. Siehe hier und in den anderen Beiträge meiner kleinen Reihe “Christliche Werte”, deren Teil 9 dieser Beitrag nun wird. (Siehe weiter auch hier und hier.)

Unser täglich Frieden mit dir, Kapital, gib uns heute… Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Wir sollten solche Christen beim Wort nehmen und Nägel mit Köpfen machen und den Glauben, Religion überhaupt endlich auch privatisieren. Keine Privilegien mehr, keine Kirchensteuer, keine staatlichen Subventionen …  Weg mit allen marktbeschränkenden Regulierungen und Monopolisierungen auch da! Die Kaufkraft und das beste Angebot sollen entscheiden! Ja, ok, wir können zu Anfang ja ein paar “Gutscheine” für einen Platz sonntagmorgens in der Kirche vor Ort verteilen. Wir wollen mal nicht so sein. Fairness ist schließlich das Gebot der Stunde!

(via Publik-Forum)


   
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