Dies ist das Archiv für März 2009.

Kleine Hommage an Tim Minchin

Erstellt am 31.03.2009 um 00:12 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Nachdem ich die letzten Wochen kaum vom neuen Röyksopp Album “Junior” lassen konnte - sehr empfehlenswert! - und dabei wahrlich Mystisches erlebte (nein, ich verrate es nicht, die raren Auserwählten, die es wissen dürfen, wissen es schon ;-P ), habe ich mir heute mal einen Tim Minchin Abend kreiert. Kleine Kostprobe gefällig? Bitte sehr!

If you open your mind too much… your brain will fall out!

Oder einfach unübertroffen: Storm ;-)

Oder: Some people have it worse then me

Oder: Peace Anthem For Palestine (einfach genial ;-) )

Last but not least… Hallelujah

Haaaach ;-) Ihr merkt schon, ich lass es mir gut gehen!

Einen schönen Abend allen da draußen! :-)

   
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Deutschland ganz unten

Erstellt am 29.03.2009 um 19:54 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Aus der Süddeutschen gestern:

F. ist arbeitslos und Hartz-IV-Empfänger. 351 Euro vom Staat und der Zuschuss zur Miete reichen kaum zum Leben. F. setzt sich in der Fußgängerzone auf den Boden, stellt Blechdose und Pappschild auf und hofft, dass Passanten ein paar Münzen übrig haben. Er bettelt.

Im Behördendeutsch handelt es sich bei den Almosen allerdings um “zusätzliche Einkünfte von Leistungsempfängern”. Der Mann hatte Pech: Ein Sachbearbeiter vom Sozialamt passierte in der Mittagspause die Stelle, an der Klaus F. bettelte, erkannte den Mann und schaute dann - nicht nur einmal - ganz genau hin.

In einem Brief vom Fachbereich Soziales der Stadt Göttingen konnte F. später lesen: “In den letzten Tagen habe ich Sie mehrfach gesehen, wie Sie vor dem Rewe-Supermarkt (…) gebettelt haben. Zuletzt lagen am 3.1. 2009 in der Mittagszeit circa sechs Euro und heute gegen 13 Uhr etwa 1,40 Euro in einer Blechdose.”

Der pflichtgetreue Staatsdiener rechnete die Beträge hoch und kündigte an: “Ich beabsichtige daher, (…) einen Betrag von 120 Euro als Einkommen durch Betteln anzurechnen.” Künftig werde Herr K. nur noch 231 Euro Unterstützung aus Hartz IV monatlich erhalten.

Und dann sagt man dazu sinngemäß noch, man habe nur Befehle ausgeführt. Da fehlen mir echt die Worte.

Nun ja, irgendwo her muss ja das Geld kommen, mit dem wir Banken & Co aus der Finanzkrise “retten” … Kleinvieh macht schließlich auch Mist.

Kann man eigentlich noch tiefer sinken?

   
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Bin ich paranoid?

Erstellt am 27.03.2009 um 17:30 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Ich bin eigentlich ganz und gar keine Verschwörungstheoretikerin.

Aber ich muss schon sagen, mir wird ganz anders, wenn ich da so beobachte, was sich in letzter Zeit bezüglich Netzzensur und Kinderpornografie abspielt. Dass Vernunft, Sachlichkeit, Redlichkeit und ein Gefühl dafür, was angemessen ist, den allermeisten unserer Politiker und Regierenden inzwischen restlos abhanden gekommen ist, daran habe ich mich - leider! - inzwischen gewöhnt - gewöhnen müssen. Ebenso, dass es dort ein beliebter Sport ist, über Dinge, wie z.B. auch das Internet, Bullshit (frei nach Harry Frankfurt) in Reinform und en masse zu verbreiten, auch, aber sicher nicht nur, weil man Null Ahnung davon hat.

Was da jedoch gerade läuft, setzt dem Allen meines Erachtens bisher echt die Krone auf.

Da werden Provider versucht zu nötigen, Zensurverträge ohne jede rechtliche Grundlage zu unterschreiben, kurz, verfassungswidrig zu handeln. (”Die Aussagen von der Leyens stimmen nicht“)

Da werden Zahlenspielereien betrieben, da wird von einer Kinderpornoindustrie gesprochen, die aber Leute, die mit der Thematik zu tun haben, nirgendwo ausmachen können … usw. usf. (siehe auch Hausdurchsuchung bei wikilieaks.de).

Da wird genau der Abgeordnete im Bundestag, der sich bisher durch große Sachkunde auszeichnete und klar gegen den Überwachungsstaat, den Schäuble, von der Leyen & Co gerade mit Inbrunst und ohne Rücksicht auf Verluste schaffen, klar gegen Internetzensur usw. eintrat und deren Blödsinn bezüglich dessen, was sie angeblich verhindern soll, aufzeigte, “unschädlich” gemacht oder in seinen Worten:

Das was  da in den letzten Wochen gelaufen ist und heute einen neuen Höhepunkt erreicht hat, das ist mehr als nur “Mobbing” auch aus den eigenen Reihen. Das kann man nicht anders bewerten, als der Versuch einer “sozialen Exekution”.

Tauss fragt in dieser Stellungnahme auch:

Würde dem für die Bekämpfung von Rechtsradikalismus zuständigen Abgeordneten unterstellt werden selbst ein Nazi zu sein, wenn man bei ihm zu Hause verbotene Nazi-Literatur finden würde?

Dann kommt meines Erachtens der Knackpunkt, das was Tauss wohl für die Zensur- und Überwachungsfans so “gefährlich” machte, weshalb er einfach weg musste:

Es ging mir darum herauszufinden, ob tatsächlich Kinder aus kommerziellen Gründen zum Missbrauch vor der Kamera angeboten werden und wie heute die wirklichen Vertriebswege von Kinderpornografie laufen. Ich war der Meinung, dass dem Internet aufgrund der vielfältigen gesetzgeberischen Maßnahmen, an denen ich selbst beteiligt war, dieses heute nicht mehr in dem Maß wie vor 10 Jahren unterstellt werden darf und vor allem keine weiteren freiheitsbeschränkenden Maßnahmen begründen kann.

Als Ergebnis meiner Recherche sah ich mich in meiner poltischen Überzeugung bestätigt, dass sich die “Szene” immer mehr aus dem Internet wegverlagert und heute für den Vertrieb lieber Telefonchats, Handys und den Postweg nutzt. Und dass die viel diskutierten “Kinderpornoringe” offenbar eher ins Reich der Phantasie gehören, als ins Zentrum gesetzgeberischer Debatten.

In letzter Zeit habe ich diesbezüglich immer wieder die Meinung gehört, “Für sowas sei ausschließlich Polizei und Justiz zuständig.”

Ich halte das für falsch!

Es gibt eine Verantwortung des mündigen Bürgers. Diese kann man nicht in alter Obrigkeitsstaatenmanierim nächsten Polizeirevier abgeben: Jeder von uns ist gefordert, Verbrechen wie den Missbrauch von Kindern aktiv zu bekämpfen oder zuvereiteln und nicht nur sie, sondern jede Form von Verbrechen, gerade gegen Kinder!

Für einen  engagierten Volksvertreter ergibt sich daraus die Pflicht, sich seine eigenen Meinung zu dringenden gesellschaftlichen Problemen zu bilden. Und ich bleibe dabei: Gerade bei einem schlimmen Thema wie Kinderpornographie darf sich das Parlament nicht allein auf die Auskünfte der Exekutive verlassen. Vor allem, wenn man wie ich das BKA, Frau von der Leyen und einige Andere im Verdacht hat, einen schlimmen politischen Missbrauch mit dem Missbrauch von Kindern zu betreiben: Aktuell, um schon rein technisch sinnlose Sperren im Internet durchzusetzen, aber auch um weitere Gesetze zu begründen, die Deutschland immer stärker zum Überwachungsstaat werden lassen können. Das was dazu gerade diese Woche im Kabinett beschlossen wurde, sehe ich als weiteren Schritt in diese Richtung an.

Ganz klar, so einen Mann muss man los werden! Dann kapieren die Anderen, die noch wagen, selbst zu denken und anderer Meinung zu sein, auch ganz schnell: “Maul halten! Oder es wird zappenduster!”

Noch ein paar gute Links:

Tja, was soll man noch sagen?

Man freut sich ja normalerweise nicht darüber krank zu sein, in diesem Fall aber würde ich mich freuen, wäre ich paranoid.

   
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Liebe Schwestern…

Erstellt am 26.03.2009 um 19:19 Uhr | Diesen Beitrag drucken

… haben wir es nicht schon immer gewusst? ;-D

   
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TV-Tipp: Sterbehilfe

Erstellt am 18.03.2009 um 13:30 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Heute Abend (laut meiner TV-Zeitschrift um 0:00 Uhr, laut dieser Angabe um 23:30 Uhr) läuft im Ersten die Dokumentation “Sterbehilfe - Der Streit um den selbstbestimmten Tod” von Liz Wieskerstrauch.

Als KommentatorInnen kommen zu Wort:

  • Wolfgang Putz, Medizinrechtler und Spezialist für Patientenrechte am Lebensende
  • Prof. Gian Domenico Borasio, Palliativmediziner
  • Dr. Winfried Beck, Sterbehilfebefürworter
  • Gita Neumann, Sterbehilfebegleiterin, Humanistischer Verband Deutschland
  • Prof. Edzard Schmidt-Jortzig, Vorsitzender des Deutschen Ethikrates
  • Dr. Margot Käßmann, Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Niedersachsen

Dr. med. Winfried Beck ist ein Arzt, der bisher durch besonderes medizinisches Engagement und Zivilcourage auffiel (als als Vorstandsvorsitzender des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte), nicht aber als Mitglied einer Sterbehilfeorganisation. Siehe auch: Den Wunsch der Betroffenen respektieren:

“… Nicht nur Schmerzen und unheilbare Krankheit kommen als Motiv in Frage, aus dem Leben scheiden zu wollen. Sind diese Menschen nicht auch in Not und auf Hilfe angewiesen? Sie dürfen genauso wenig allein gelassen werden wie Sterbende … In einer Welt, die schon allein die Anerkennung eines solchen Wunsches negativ besetzt, bleibt diesen Menschen oft kein anderer Ausweg als der Sturz von einem Hochhaus, der Sprung vor die Bahn oder eine andere grausame, aus der Verzweiflung und Isolation geborene Methode der Selbsttötung, sofern sie dazu überhaupt in der Lage sind. Häufig scheitert der Versuch, so aus dem Leben zu gehen, bleiben dauerhaft Schäden, wächst die Verzweiflung. … “

Auf Pro Sterbehilfe kann man einen Aufruf unterzeichnen:

Wir fordern in Deutschland nicht die Freigabe der Tötung auf Verlangen bzw. der direkten aktiven Sterbehilfe. Wir bekennen uns jedoch zu der empirisch nachweisbaren Tatsache, dass Leidlinderung, Schmerztherapie, Sterbehilfe und -begleitung als ärztliche Aufgaben nicht schematisch voneinander abzugrenzen, sondern ineinander verwoben sind. Dabei ist Sterbehilfe nach Meinung von namhaften Ethikern, Ärzten (Klinikern und freiberuflich Tätigen), Juristen (Richtern, Bundesrichtern, Anwälten) und auch Theologen mit dem ärztlichen Ethos vereinbar und kann moralisch und ethisch darüber hinaus geboten sein.

Bitte unterstützen Sie, dass Sterbehilfe aus ärztlichen Gewissensgründen nicht länger verteufelt werden darf und soll.

Sie können Ihre Solidarität bekunden und diesen Aufruf unterschreiben, wenn Sie seinen Inhalt im Grundsatz teilen.

Weitere Infos:

   
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Buskampagne rollt

Erstellt am 14.03.2009 um 09:31 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Die deutsche Buskampagne rollt, das Geld für die ersten Städte ist zusammen. Gewonnen haben bei der Abstimmung folgende Slogans, die dann bald auf Bussen durch Berlin, Köln und München fahren:

Auslöser der englischen Buskampagne, die das Vorbild der deutschen sowie der in anderen Länder ist, war eine christliche Busaktion in England, deren Homepage Atheisten ewige Qualen in der Hölle androhte.In der Schweiz hatten religiöse Fundamentalisten sogar mit dem Anzünden von Bussen mit solch atheistischer Werbung gedroht. In Deutschland fahren Busse mit religiöser Werbung bisher ganz unbehelligt und ohne Protestaktionen von Atheisten ;-) In Dortmund steht da z.B. “Keine Sorge: Es gibt Gott. Also: Schönen Tag!”

Dass man bei der atheistischen Aktion so ehrlich ist zu sagen, dass es “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” keinen Gott gibt und nicht, wie beim obigen Slogan von Gläubigen, kurzerhand behauptet, “es gibt Gott”, obwohl dies ja nun noch niemand bisher bewiesen hat, wird Atheisten dann von gläubiger Seite auch gleich als “Verunsicherung” ausgelegt. Nun ja, so sind sie … ;-)

Ich stand der Aktion ursprünglich etwas ambivalent gegenüber, weil man Geld sicher auch sinniger ausgeben kann, als für solche Buswerbeschlachten. Auf der anderen Seite ist man hierzulande ständig von religiöser Werbung umgeben, auf Plakaten etc., ich komme nicht durch die Fußgängerzone, ohne nicht irgendeinen Flyer von irgendeiner religiösen Vereinigung in die Hand gedrückt zu bekommen, täglich bekomme ich mehrfach Werbung der Kirchen in Radio und TV zu hören und zu sehen (die die Kirchen noch nicht mal was kostet, die ich mit bezahl) usw. usf., da ist es natürlich auch mal schön, hier und da mal auf ein Zeichen “meiner Fraktion” zu stoßen.

Ein meiner Meinung nach sehr guter Slogan, “Du glaubst nicht an Gott? Du bist nicht allein!”, wurde leider bei der Auswahl hierzulande nicht berücksichtigt. Die obigen wirken auf mich wegen der Klammer ein bisschen klobig, nicht ganz so griffig, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber wie auch immer, ich finde es wichtig und gut, dass Atheisten, Agnostiker, Humanisten, wir ganzes ungläubiges Gesocks ;-) so endlich mal etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit treten und freue mich nun sehr, dass nun bald auch hierzulande die ersten Busse rollen. Wichtig ist die Aktion auch, weil ich immer wieder erlebe, dass ungläubige Leute gar nicht wissen, welche Möglichkeiten es für sie gibt, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, auszutauschen, Gemeinschaft und Unterstützung zu erfahren usw. - sich wirklich gar nicht so selten allein fühlen. Da gibts eben keinen hohen Kirchturm, der den Weg zeigt ;-)

Auch hierzulande haben säkulare Menschen mittlerweile genug davon, ständig „übersehen“ oder missachtet zu werden. Als Anfang sollen in drei Städten (Berlin, Köln und München) Busse beschriftet werden, die öffentlich bekunden, dass eine nicht-religiöse, aufgeklärte Weltsicht eine positive Möglichkeit darstellt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.

Gut gefiele mir auch eine Plakat-Aktion mit Zitaten von Autoren, Schauspielern, Wissenschaftlern usw., die nicht an Gott glauben. Vielleicht wird da ja auch mal was draus.

Sehr interessant ist auf alle Fälle, welch großen Wirbel ein paar atheistische Sprüche auslösen, während umgekehrt an entsprechend religiösen Werbefeldzügen niemand Anstoß nimmt. Das zeigt schön, es gibt noch viel zu tun! ;-)

Mögen viele, viele gottfreie Busse ;-) friedlich hierzulande rollen, mögen sie zum Nachdenken und diskutieren anregen und mögen sie allen Mut machen, ihre Weltanschauung offen zu leben und sie dabei viele neue Freunde finden lassen.

   
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Amok, Frau Koma!

Erstellt am 12.03.2009 um 15:21 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Amok. Mal wieder.

Das Schlüsselwort für mich bei solchen Vorfällen, nach Morden, Suiziden, Familientragödien usw. ist unauffällig.

Da wird ständig betont, wie unauffällig derjenige doch bisher war und dass das ja keiner ahnen konnte. Und gleichzeitig werden zig Dinge genannt, die, hätte sich auch nur einer mal wirklich für diesen Menschen interessiert, alle Warnleuchten hätten blinken lassen müssen.

Aber was zählt, ist eben, ob jemand aus Sicht der anderen funktioniert. Dann ist er schön unauffällig und macht mir keine Scherereien.

Die Ursache für solches Tun wird über viele Generationen in Familien und Gesellschaften weiter gereicht. Ganz unauffällig natürlich. Sei es psychischer / physischer Missbrauch / Gewalt, emotionale Kälte und Verwahrlosung, Desinteresse usw. Das geht so lange “gut” (sprich: bleibt “unauffällig”), wie das jeweilige Opfer genügend Ventile findet, ob nun in der Art, selbst wieder Täter zu sein und / oder durch Flucht in Fantasiewelten, Erfolg und Profilierung im Job oder Sportverein etc. pp.

Die Ursachen anzugehen würde bedeuten, sich selbst, seinen Umgang mit anderen, seine Werte wie die dieser Gesellschaft, diese Gesellschaft, das Schulsystem … etc. pp. - schlussendlich alles in Frage zu stellen. Würde bedeuten, Menschenwürde nicht nur als zahnlosen Papiertiger in ein Grundgesetz zu schreiben, sondern zu leben, jede Minute neu. Sie zum obersten Gebot zu machen. Würde Ehrlichkeit bedeuten. Das ist jedoch die meist beschworene und gelobte und gleichzeitig tatsächlich unbeliebteste und seltenste Sache dieser Welt. Ebenso wie jemand lieben sehr gern als “er tut was ich will / mag und ist unauffällig” missverstanden wird.

Also versammeln wir uns scheinheilig, zünden Kerzen an, sind fassungslos, beruhigen uns, dass der Junge eben krank war und überhaupt die bösen Egoshooter schuld, und das ja alles die große Ausnahme sei, vielleicht noch damit, dass der liebe Gott schon wisse, warum, und bla bla so weiter und so fort. Und reden uns ein bzw. lassen uns einreden, ein Sozialarbeiter auf 1000 Schüler, Metalldetektoren und Wachdienste in der Schule, Verbot von Gewalt in Spielen und schärfere Waffengesetze könnten zukünftig so was verhindern. Prohibition hat ja schließlich auch den Alkoholgenuss verhindert, Drogengesetze den Drogenmissbrauch und Sperrbezirke die Prostitution.

Und beim nächsten Mal, das so sicher wie das Amen in der Kirche ist, werden wir das wieder tun, und beim übernächsten Mal und überübernächsten Mal … so wie beim letzten, vorletzten, vorvorletzten … Sind ja auch alles Ausnahmen.

Um Banken mit ihren pathologischen Zockern zu “retten”, sind ad hoc Hunderte Milliarden da. Um eine menschenwürdige Gesellschaft zu gestalten, muss man mit der Klimperbüchse Almosen erbetteln.

   
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Schäuble dreht am Rad

Erstellt am 11.03.2009 um 18:35 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Sicher, das ist nichts Neues, das sind wir gewohnt. Trotzdem, als ich das heute im Spiegel las, fragte ich mich nur noch: “WTF?! Ey, was hat der denn gefrühstückt?!?”

Karlsruhe mischt sich zu sehr in die Arbeit des Gesetzgebers ein, kritisiert Innenminister Wolfgang Schäuble. Er habe “Zweifel, ob das Verfassungsgericht wirklich entscheiden sollte, für welche Straftaten man welches Instrument gesetzlich vorsehen kann oder nicht”, sagte der Bundesinnenminister in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Als Beispiel nannte der CDU-Politiker die einstweilige Anordnung des Gerichts zur Vorratsdatenspeicherung vor einem Jahr, seit der Telefon- und Internet-Verbindungsdaten nur noch zur Aufklärung besonders schwerer Straftaten genutzt werden dürfen. “Es ist doch Sache des Gesetzgebers, zu sagen: Für diese Straftat kann ich dieses Instrument einsetzen - für jene nicht”, kritisierte Schäuble. “Wer Gesetze gestalten will, sollte sich bemühen, Mitglied des Deutschen Bundestages zu werden”, sagte der Minister in einem Streitgespräch mit dem ehemaligen Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Winfried Hassemer.

Also nee, liebe Richter des Bundesverfassungsgerichts, so geht das doch nun auch wirklich nicht, ihr könnt doch nicht den armen Herrn Schäuble so impertinent dabei stören, wie er unser Grundgesetz mit Füßen tritt!

Das geht ja mal gar nicht.

   
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Tapetenwechsel

Erstellt am 07.03.2009 um 00:26 Uhr | Diesen Beitrag drucken

Der Winter ist vorbei, also musste mal wieder ein Tapetenwechsel, sprich: neuer Desktophintergrund her ;-)

Das Originalbild stammt von hier und ist eine neue Aufnahme der “Wide Field Imager”-Kamera der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile des rund 700 Lichtjahre entfernten Helix Nebula (NGC 7293) im Sternbild Wassermann.

   
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“Gottes Gesetz”

Erstellt am 06.03.2009 um 18:26 Uhr | Diesen Beitrag drucken
Neunjähriges Vergewaltigungsopfer exkommuniziert

Die katholische Kirche in Brasilien hat ein neun Jahre altes Mädchen exkommuniziert, das nach einer Vergewaltigung durch ihren Stiefvater ihre Zwillinge abgetrieben hatte. Auch die Mutter des Mädchens und das Ärzteteam, das sie behandelte, wurde aus der Kirche ausgeschlossen. Trotz der Natur des Falls müsse die Kirche an ihrer Ablehnung der Abtreibungen festhalten, erklärte Erzbischof Jose Cardoso Sobrinho in einem Fernsehinterview.

Erzbischof stellt sich über das Gesetz

Cardoso sagte, der Schwangerschaftsabbruch sei aus Sicht der Kirche ein Verbrechen, und “Gottes Gesetz” stehe über den Gesetzen der Menschen. […]

Jährlich tausende tote Frauen

Der Fall löste in Brasilien eine hitzige Debatte aus. Aufgrund des allgemeinen Abtreibungsverbots lassen nach Behördenschätzungen jährlich rund eine Million Frauen heimlich abtreiben, tausende sterben dabei. Versuche des Gesundheitsministeriums, die Gesetze zu liberalisieren, scheiterten bisher am Widerstand der katholischen Kirche.

Quelle: Tagesschau

Und solche Pfaffen (sorry, aber das ist noch die freundlichste Bezeichnung, die mir grad möglich ist) sprechen von “Froher Botschaft”, Nächstenliebe & Co, nennen das Christentum den Urheber ethischer Werte und spielen sich als Hüter dieser auf. Für mich gehören sie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinter Schloss und Riegel.

Christliche Werte” Teil 13.

   
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