Bärlauch-Reibeplätzchen

Zutaten:
500 g Kartoffeln, grob geraspelt
1 große Zwiebel, gerieben
50 g frisch geschroteter Roggen
100 g Bärlauch, in Streifen geschnitten
Meersalz
Pfeffer
1 Ei
Öl zum Ausbacken

Zubereitung:
Alle Zutaten miteinander verrühren. Bei mittlerer Hitze, aus jeweils 4 EL Masse runde oder längliche „Plätzchen“ in der Pfanne ausbacken. Sehr lecker!

Bärlauchpesto

Zutaten:
500 g Bärlauch
75 g Parmesan (frisch gerieben)
75 g Pinienkerne (oder Kürbis- oder Sonnenblumenkerne) (fein gehackt)
225 ml Olivenöl
Salz, Pfeffer, eventuell etwas Zitronensaft zum Abschmecken.

Zubereitung:
Den Bärlauch fein hacken (schneiden). Die Pinienkernen und den Parmesan im Mörser oder der Küchenmaschine (bei geringer Geschwindigkeit) oder mit dem Pürierstab zerkleinern, anschließend mit dem Bärlauch vermengen. Dann das Olivenöl untermischen. Man kann problemlos mehrere Gläser auf Vorrat machen, im Kühlschrank halten sie sich einige Monate. Passt übrigens toll zu Nudeln!

Himmel und Hölle

Ein frommer Mensch bat Gott einmal einen Blick in den Himmel und einen Blick in die Hölle tun zu dürfen, denn er wollte den Unterschied verstehen. Gott gewährte ihm die Bitte.

Er führte ihn eines Nachts in einen großen Raum. Darin stand in der Mitte ein großer Tisch gedeckt mit den herrlichsten Speisen. Rundum in einigem Abstand saßen Menschen, die lange Löffel hatten. Verzweifelt versuchten sie etwas von dem Essen für sich zu ergattern, doch es konnte ihnen nicht gelingen. Denn die Löffel waren so lang, dass Sie zwar die Speisen auf dem Tisch errreichen, sie dann aber nicht in ihren Mund führen konnten. „Himmel und Hölle“ weiterlesen

Hermann Hesse

Eine kleine Auswahl von Hermann Hesse, bei dem ich mich immer noch frage, wie er meine geheimsten Ecken so gut kennen konnte ;-))

 „Wahrlich, keiner ist weise, der nicht das Dunkle kennt, das unentrinnbar und leise von allen ihn trennt. – Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde! – Denn das Licht, danach du frugst, in dir selber wohnt. – Da wir doch Götter sind und teil am Urbeginn der Schöpfung haben.“

Dunkelste Stunden

Das sind die Stunden, die wir nicht begreifen!
Sie beugen uns in Todestiefen nieder
Und löschen aus, was wir von Trost gewusst,
Sie reißen uns geheim gehaltene Lieder
Mit blutend wunden Wurzeln aus der Brust.
Und doch sind das die Stunden, deren Last
Uns Stille lehrt und innerlichste Rast
Und die zu Weisen uns und Dichtern reifen.

 

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freuden war mir die Welt,
Als noch mein Leben Licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkle kennt,
Das unentrinnbar und leise.
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein

 

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

Wir leben hin in Form und Schein
Und ahnen nur in Leidenstagen
Das ewig wandellose Sein,
Von dem uns dunkle Träume sagen.

Wir freuen uns an Trug und Schein
Wir gleichen führerlosen Blinden
Wir suchen bang in Zeit und Raum
Was nur im Ewigen zu finden

Erlösung hoffen wir und Heil
In wesenlosen Traumesgaben
Da wir doch Götter sind und teil
Am Urbeginn der Schöpfung haben.

 

Kennst du das auch, dass manches mal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen musst?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, ohne Halt – Kennst du das auch?

 

Es führen über die Erde Strassen und Wege viel,
Aber alle haben dasselbe Ziel,

Du kannst reiten und fahren, zu zweien und zu dreien…
Den letzten Schritt musst du gehen allein.

Drum ist kein Wissen, noch Können so gut,
Als dass man alles Schwere nicht alleine tut.

 

Alle Bücher dieser Welt
Bringen dir kein Glück,
Doch sie weisen dich geheim
In dich selbst zurück

Dort ist alles, was du brauchst,
Sonne, Stern und Mond
Denn das Licht, danach du frugst,
In dir selber wohnt

Weisheit, die du lang gesucht
In den Büchereien,
Leuchtet jetzt aus jedem Blatt –
Denn nun sind sie dein.

 

Traurigkeit

Die mir noch gestern glühten,
Sind heut dem Tod geweiht,
Blüten fallen um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

Ich seh sie fallen, fallen
Wie Schnee auf meinen Pfad,
Die Schritte nicht mehr hallen,
Das lange Schweigen naht.

Der Himmel hat nicht Sterne,
Das Herz nicht Liebe mehr,
Es schweigt die graue Ferne,
Die Welt ward alt und leer.

Wer kann sein Herz behüten
In dieser bösen Zeit?
Es fallen Blüten um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

 

Doch heimlich dürsten wir

Anmutig, geistig, arabeskenzart
Scheint unser Leben sich wie das von Feen
In sanften Tänzen um das Nichts zu drehen,
Dem wir geopfert Sein und Gegenwart.
Schönheit der Träume, holde Spielerei,
So hingehaucht, so reinlich abgestimmt,
Tief unter deiner heiteren Fläche glimmt
Sehnsucht nach Nacht, nach Blut, nach Barbarei.

Im Leeren dreht sich, ohne Zwang und Not,
Frei unser Leben, stets zum Spiel bereit,
Doch heimlich dürsten wir nach Wirklichkeit,
Nach Zeugung und Geburt, nach Leid und Tod.