Total knowledge is total power …

… ist Scientologies Steigerung des guten, alten „Wissen ist Macht“.

Und genau deshalb, weil Wissen eben Macht ist, ist es für uns alle sehr wichtig, dass Wissen frei zugänglich ist. Wie auch Till hier schreibt:

Doch gestern ist mir mal wieder klar geworden, warum BT auch gesellschaftlich wichtig ist. Gestern ist auf PirateBay ein Video geleakt, welches eine Scientology Einweihungsfeiher in OT (http://en.wikipedia.org/wiki/OT_level). Da sieht man auch wie Tom Cruise, Katie Holmes, John Travolta, und Kelly Preston dabei sind und bei dem Unsinn klatschen. […]

Ich finde es einfach hammer wichtig, eine Technologie zu haben, welche es ermöglicht sowas zu verbreiten, wenn man sowas auf Webserver usw lagert, wird das oft weggeklagt oder so. Bei BT ist das schon ein wenig schwieriger, vorallem in Schweden ;). Hier nochmal einen großen Dank an die Jungs von Piratebay für den Mut den Tracker zu fahren!

Dem kann ich nur zustimmen und mit einstimmen in ein dreifaches: „Lang lebe BitTorrent, die PirateBay und das Leck!“ 😉

Teile und herrsche! 😉

Neues zum Bayern-Trojaner

Erinnert ihr euch noch daran, dass das LKA Bayern den Trojaner-Einsatz beim VoIP-Abhören bestritt?

Heute Mittag fand sich auf Heise ein Artikel zu einem – unbestätigten – Schreiben des bayerischen Justizministeriums bez. Abhören von VoIP/Skype, das der Piratenpartei zugespielt wurde und inzwischen auch dem CCC, hier komplett als PDF anzusehen. Ist echt interessant zu lesen…

Lesenswert dazu auch Fefes Ausführungen.

Alles hat ein Ende …

… auch die Menschenwürde. Sagt wer? Na, wer wohl, unser Schäuble natürlich.

Schäuble, der ein neues Luftsicherheitsgesetz plant, sagte nun der Zeitung Die Welt, Verfassungsrichter seien für „Ratschläge“ zur Ausgestaltung solcher Gesetze „nicht demokratisch legitimiert“. Im Gegensatz zum Bundesverfassungsgericht befand der Innenminister, ohne die Menschenwürde auszunehmen: „Alle grundrechtlich geschützten Bereiche enden irgendwo“. Wo diese Grenzen liegen, ist seiner Ansicht nach „Sache des Gesetzgebers“.

(Quelle: Schäuble greift Verfassungsrichter Papier scharf an)

Der „Gesetzgeber“, das ist der, den Verfassungsgerichte immer öfter an das Grundgesetz erinnern müssen und ihm deshalb „Gesetze“ wieder verwerfen, der „Gesetzgeber“, das ist der, der uns alle unter Generalverdacht stellt, unsere Bürgerrechte zur Farce werden lässt …

Was soll man dazu sagen? Mir fällt da nur noch ein Max Liebermann Zitat ein… Das liegt mir immer öfter auf der Zunge.

Diese Stimmung, in die mich sowas bringt … nein, die beschreibe ich jetzt hier mal lieber nicht näher.

Klimawandel und „Klimaskeptiker“

Das Klima ist ja gerade wieder in aller Munde und ich hatte hier auch schon diverse Male etwas dazu geschrieben. Auf einen Artikel, über den ich heute noch mal gestolpert (auf eine gekürzte Version hatte ich hier schon mal hingewiesen) bin und den ich für lesenswert halte, insbesondere, weil das darin Vorgebrachte nicht nur das Klima, sondern insgesamt das Verhältnis Wissenschaft – Lobbyverteter – Medien(sorgfalt) betrifft, möchte ich hier noch mal besonders hinweisen:

Alles nur Klimahysterie? – Wie „Klimaskeptiker“ die öffentlichkeit verschaukeln und wirksame Klimaschutzmaßnahmen verhindern

[…] Kritisiert man als Wissenschaftler faktische Fehler in den Medien, dann kommt meist der Vorwurf, man wolle eine Diskussion und abweichende Meinungen unterdrücken. Kein Wissenschaftler hat etwas gegen kontroverse Diskussionen, sie gehören zum Alltag der Wissenschaft und machen gerade einen guten Teil des Spaßes an der Forschung aus. Der Klimawandel wird von uns auf Konferenzen und in den Fachzeitschriften seit Jahrzehnten in allen Facetten kontrovers diskutiert – gerade aus diesem lebhaften Diskussionsprozess hat sich ja allmählich der Konsens über wesentliche Punkte herausgebildet. Andere Punkte sind in der Fachwelt nach wie vor umstritten – etwa der Einfluss der globalen Erwärmung auf die Stärke tropischer Wirbelstürme, das Ausmaß des künftigen Meeresspiegelanstiegs oder die Stabilität der Kontinentaleismassen. Doch bringt eine Diskussion nur dann Erkenntnisgewinn, wenn sie intellektuell redlich und auf Basis korrekter Fakten geführt wird. Dies unterscheidet fundamental die in den Medien geführten Scheinkontroversen von den Diskussionen unter seriösen Wissenschaftlern.

Fazit

In unseren Medien wird nach wie vor regelmäßig der vom Menschen verursachte Klimawandel in Zweifel gezogen – was auch völlig in Ordnung wäre, wenn dies mit korrekten und seriösen Argumenten geschähe. Die ehrlichen Argumente sind den „Klimaskeptikern“ aber längst ausgegangen. Die genannten Beispiele sind nur die Spitze eines Eisbergs und illustrieren, mit welch abstrusen Falschaussagen und Bauernfängerargumenten stattdessen gearbeitet wird. Eine Diskussion auf derart niedrigem Niveau selbst in anspruchsvolleren Medien hätte ich zuvor nicht für möglich gehalten.

Wer sich im Bekanntenkreis umhört, der merkt rasch, dass diese künstlich am Leben erhaltene Scheindebatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Viele Menschen sind verunsichert und wissen nicht mehr, was sie glauben sollen. Sie meinen, die Ursachen des Klimawandels seien unter Experten immer noch umstritten. Diese Fehleinschätzung behindert und verzögert eine effektive Klimaschutzpolitik bis heute. Dabei geht es um viele Menschenleben. Die Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 hat über 30.000 Menschenleben gekostet. Und die Weltgesundheitsorganisation schätzt in einer Studie, dass der Klimawandel insgesamt derzeit für jährlich rund 150.000 zusätzliche Todesopfer verantwortlich ist, vor allem in Afrika. Ohne rasche Gegenmaßnahmen ist dies erst der Anfang eines mehrfach größeren Klimawandels. Und es geht – den Thesen von Reichholf zum Trotz – um die Frage, wieviele Tier- und Pflanzenarten wir noch in das 22. Jahrhundert hinüber retten können.

Ich kann hier nur an die Verantwortung von allen appellieren, die sich in den Medien zu Wort melden, mit redlichen Argumenten und sorgfältig recherchierten Fakten zu arbeiten. Täuschungen, Tatsachenverdrehungen und selbsternannte Experten ohne fundierte Sachkenntnis („opinionated ignorance“, wie es im Englischen so treffend heißt) sind wenig hilfreich.

Vor allem aber sind die zitierten Falschmeldungen Folge eines erschreckenden Versagens der Qualitätskontrolle in unseren Medien. Dabei wäre Abhilfe sehr leicht. Im Internetzeitalter ist es einfacher denn je, Fakten nachzuprüfen. Meist genügen wenige Minuten. All die „Skeptiker“-Argumente, die in den letzten Monaten in den Medien aufgetaucht sind, sind von Wissenschaftlern auf diversen Internetseiten längst detailliert diskutiert und widerlegt worden. Einen Überblick über die besten dieser Seiten bietet realclimate.org in der Rubrik start here. Auch die Qualität von Experten lässt sich anhand von online-Datenbanken wie dem Web of Science oder Google Scholar leicht ermitteln – man kann sofort nachsehen, wer was in der Fachliteratur publiziert hat und wie oft es zitiert wurde. Durch Internetquellen wie sourcewatch.org oder lobbycontrol.de kann man zudem leicht prüfen, ob jemand für Lobbyorganisationen tätig ist.

Wir Wissenschaftler können die Mißstände in den Medien nicht beseitigen – wir können nur unser eigenes Haus in Ordnung halten, fachlich fundierte Informationen bereitstellen und gelegentlich darauf hinweisen, wenn Unsinn verbreitet wird. Die Qualitätssicherung der Medien muß die Medienwelt selbst leisten. In Gesprächen mit Journalisten stelle ich aber häufig einen erstaunlichen Zynismus oder tiefe Resignation fest, wenn es um die Frage einer Verbesserung des Qualitätsniveaus geht.

Doch ohne eine solche Qualitätskontrolle verliert unsere Gesellschaft die Fähigkeit, zwischen Wissenschaft und Scharlatanerie zu unterscheiden – und sie verliert dabei die Fähigkeit, mit einem komplexen Problem wie dem Klimawandel erfolgreich umzugehen. Wir alle, vor allem aber unsere Kinder und Enkel, könnten dafür einen hohen Preis bezahlen.

Still und heimlich …

In den letzten Tagen gab es wieder einige schöne Beispiele, wie real existierende ‚Demokratie‘ und real existierender ‚Rechtsstaat‘ hierzulande aussehen:

1. taz: Unbemerkt hat die Koalition das Bundespolizeigesetz geändert.

Videoaufzeichnungen auf Bahnhöfen und Flughäfen dürfen künftig 30 statt bisher zwei Tage lang gespeichert werden, das hat der Bundestag bereits am 15. November mit den Stimmen der Koalition beschlossen. Bekannt wurde die entsprechende Änderung des Bundespolizeigesetzes aber erst am letzten Wochenende auf dem Grünen-Parteitag, als der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar darauf aufmerksam machte.

Ohne öffentliche und parlamentarische Debatte sei das Gesetz verabschiedet worden, sagte Schaar in Nürnberg. „Wenn dies Schule machen sollte, dann kann man wirklich Angst haben um die Zukunft der Grundrechte.“

Heftige Kritik am Zustandekommen des Gesetzes äußerte auch die Opposition. Nachdem der Gesetzentwurf ihr abends per Fax übermittelt wurde, sei er am nächsten Morgen im Innenausschuss ohne Erläuterung abgestimmt worden, sagte die grüne Innenexpertin Silke Stokar im Deutschlandfunk. In der Überschrift des Faxes sei es dabei um ein ganz anderes Verfahren gegangen, nämlich um die Übermittlung von Fluggastdaten. Tags darauf wurde das Gesetz nachts um zwei Uhr ohne Aussprache im Bundestag verabschiedet. „Das Parlament ist richtig reingelegt worden“, sagte Stokar. Die FDP-Abgeordnete Gisela Piltz sprach von einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“. […]

2. Telepolis: Ein Stück Rechtsstaat wird abgeschafft – und kaum jemand merkt es

Nordrhein-Westfalens Innenminister Wolf führt eine Abschreckungsgebühr ein, damit sich Bürger weniger häufig gegen bürokratische Fehlentscheidungen wehren

Im November wurde in Nordrhein-Westfalen still und heimlich das Widerspruchsverfahren in den meisten Verwaltungsbereichen abgeschafft. Vor dem Inkrafttreten wurde die unter dem grob irreführenden Namen „Bürokratieabbaugesetz II“ verpackte Gesetzesänderung praktisch nicht öffentlich debattiert – weder von regionalen noch von überregionalen Medien. Mit der neuen Regelung kehrt ein Stück Obrigkeitsstaat zurück: wer sich beschweren will, muss erst einmal zahlen. Und nicht zu knapp. Selbst wenn die Behörde ganz offensichtliche Fehler gemacht hat. Das schreckt ab – und das soll offenbar auch abschrecken. Ein anderer Zweck der Abschaffung des bewährten Verfahrens ist nämlich schwer denkbar, auch wenn die Regelung in ein Gesetz mit dem irreführenden Namen „Bürokratieabbaugesetz II“ verpackt wurde. Tatsächlich handelt es sich nicht um den Abbau von Bürokratie, sondern um den Abbau von Rechtsstaat – und um eine gehörige Stärkung der Macht der Bürokratie.[…]

3. LobbyControl: Schröder schickt den Anwalt

[…] Diese Mischung aus Geheimniskrämerei und juristischen Mitteln ist unserer Meinung nach mehr als schlechter Stil. Es ist nicht akzeptabel, dass sich ehemalige Regierungsmitglieder, die nun als Berater und Lobbyisten tätig werden – häufig in ihren alten Kompetenzbereichen –, auf eine vermeintliche Rolle als Privatperson zurückziehen. Diese Tätigkeiten stehen in einem engen Verhältnis zu ihren vorherigen politischen Aufgaben, und die Öffentlichkeit hat ein Recht auf Aufklärung. Umso mehr im Falle Schröder, der als Ex-Kanzler weiterhin ein Büro in den Gebäuden des Bundestages hat und darüber Zugriff auf das interne Computernetz des Bundestages hat.

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