Happy Kadaver ;-)

Immer mal wieder gern – nicht nur an religiösen Feiertagen 😉 – stöber ich in der Uncyclopedia. Heute habe ich mich natürlich dort über Jesus

Die Quellenlage über die genauen Umstände der Geburt Jesu sind relativ fundiert. Als gesichert gilt, dass er, um der Errettung der Menschen willen, von seinem despotischen Vater Gott auf die Erde gesandt wurde und leidvoll starb. Zwischenzeitlich hatte er Probleme mit dem Kreuz.

und Happy Kadaver informiert:

Happy Kadaver ist ein Fest der Katholischen Kirche und feiert die Tatsache, dass man den eucharistisch anwesenden Christus in Form von Hostien und Schnitzeln verspeisen und sein Blut in Form von Rotwein, Johannisbeersaft oder Lambrusco trinken kann.

Die Entstehung dieses Festtages entstammt einer Vision der heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich, die im 13. Jahrhundert ihr Unwesen trieb und der eines Tages beim Verzehr eines Jägerschnitzels der Sohn Gottes in der Pilzsoße erschien mit den Worten: „Zu Ehren des Altarsakramentes sollt ihr Menschen eine House-Party feiern, wie es noch keine gab. Ehret mich und das Jägerschnitzel und vergesst nicht die Pilzsoße!“ …

Ich hoffe, ihr hattet alle so einen sonnigen, gemütlichen, relaxten, schönen Tag wie ich 🙂

Einstein und die Religion

Das Gerücht, Albert Einstein sei sehr religiös gewesen, vor allem fest gemacht an dem ihm zugeschriebenen Spruch „Gott würfelt nicht“ hält sich ja insbesondere in religiösen und esoterischen Kreisen recht hartnäckig.

Dies berühmt berüchtigte „Gott würfelt nicht“ sagte er aber so nie. Er sagte „I cannot believe that God plays dice with the cosmos“ und dies war keine religiös gemeinte Äußerung, sondern beschrieb seine Probleme mit der Quantenphysik.

In einem Brief vom 4. Dezember 1926 (Einstein-Archiv 8-180, zitiert nach Alice Calaprice) an Max Born schreibt Einstein:

„Die Quantenmechanik ist sehr Achtung gebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass das noch nicht der wahre Jakob ist. Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der Alte nicht würfelt.“

1929 äußerte Einstein gegenüber dem New Yorker Rabbi Herbert Goldstein (Zit. nach Brian, Dennis: Einstein: A Life. New York: John Wiley & Sons 1996. S. 127):

„Ich glaube an Spinozas Gott, der sich in der gesetzlichen Harmonie des Seienden offenbart, nicht an einen Gott, der sich mit Schicksalen und Handlungen der Menschen abgibt.“

Zum Jahreswechsel 1932/33 verfasst Einstein sein „Glaubensbekenntnis„, das schön zeigt, dass, was er unter Religiosität versteht, keineswegs das üblicherweise darunter Verstandene ist – und mir aus der Seele spricht 😉

25 Jahre später, in einem Brief vom 24. März 1954 (Albert Einstein: The Human Side. Hrsg. von Helen Dukas und Banesh Hoffman. Princton, New Jersey 1981, S. 43., Übersetzung: Andreas Müller) erklärt Einstein deutlich:

„Es war natürlich eine Lüge, was Sie über meine religiösen Überzeugungen gelesen haben, eine Lüge, die systematisch wiederholt wird. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott und ich habe dies niemals geleugnet, sondern habe es deutlich ausgesprochen. Falls es in mir etwas gibt, das man religiös nennen könnte, so ist es eine unbegrenzete Bewunderung der Struktur der Welt, so weit sie unsere Wissenschaft enthüllen kann.“

Ein am 3. Januar 1954 – ein Jahr vor seinem Tod – handgeschriebener Brief von Albert Einstein an den Philosophen Eric Gutkind (der ihm eine Kopie seines Buches „Choose Life: The Biblical Call to Revolt“ geschickt hatte), der diese Tage bei einer Auktion in London für umgerechnet 261.000 Euro den Besitzer wechselte, offenbart weiteres Interessantes über sein Verhältnis zur Religion:

„Das Wort Gottes ist für mich nicht mehr, als der Ausdruck und das Produkt menschlicher Schwächen. Die Bibel ist eine Sammlung ehrbarer, aber dennoch primitiver Legenden, welche doch ganz schön kindisch sind. Keine Interpretation, wie feinsinnig sie auch sein mag, kann das (für mich) ändern.

Für mich ist die jüdische Religion wie jede andere der Inbegriff des kindischsten Aberglaubens. Und das jüdische Volk, dem ich gerne angehöre und dessen Mentalität ich mit einer großen Verbundenheit gegenüberstehe, hat für mich keine andere Qualität als alle anderen Völker. So weit meine Erfahrung reicht, sind sie nicht besser als andere Gruppen von Menschen, obwohl sie von den schlimmsten Krankheiten durch einen Mangel an Macht beschützt werden. Davon abgesehen kann ich nichts ‚Auserwähltes‘ an ihnen erkennen.“

Arno Gruens Zivilisationskritik

Vorgestern gab es eine schöne Sendung zu Arno Gruens Zivilisationskritik – leider kam ich erst heute zum anhören: Wahnsinn Normalität – Arno Gruens Zivilisationskritik (SWR2 Wissen 15.05.08) Anhören ! 😉

Das, was wir normal nennen, ist wirklich verrückt. Und viele von den Leuten, die wir als wahnsinnig einstufen, wir tun ihnen unrecht. Sie sind wahnsinnig, weil sie nicht leben können in einer Gesellschaft, die heuchlerisch ist. Deswegen werden sie verrückt. Die Verrücktheit könnte uns ja was sagen über uns selber. Wo wir mitmachen mit Dingen, die gar nicht richtig sind. …

Für jene, die in das Erscheinungsbild ‚normalen‘ Verhaltens hineinschlüpfen, weil sie die Spannung der Widersprüche zwischen der auferlegten Realität und ihrer inneren Welt nicht ertragen, für solche Menschen gibt es bald keine wirklichen Gefühle mehr. Stattdessen gehen sie mit Ideen von Gefühlen um, haben keine Erfahrung mehr mit ihnen. Sie präsentieren aufgesetzte Gefühle und sagen sich von ihren wahren Gefühlen los. Je ‚gesünder‘ das Image der Identität, das sie angenommen haben, desto erfolgreicher werden sie diese Manipulation vollziehen können. Und es ist Manipulation, da ihr Ziel nicht der Ausdruck ihrer selbst ist, sondern den andern zu überzeugen, dass sie angemessen handeln, denken und fühlen. …

Und die, die diese Pose verkörpern, die werden gewählt. Warum? Ich denke, das führt wieder zurück darauf, was Kinder erleben. Kinder erleben so oft, nicht alle Kinder, aber viele, dass, um eine Verbindung mit den Eltern aufrecht zu erhalten, müssen sie wahrnehmen, wie die Eltern gesehen werden möchten, als willensstark, als jemand, der weiß, was richtig ist für das Kind, in diesem Sinne als Autoritäten. Und dass solche Eltern dem Kind auch Leiden zufügen, weil sie übergehen ja, was seine eigenen Kräfte sind, seine eigenen Wahrnehmungen, das wird weggemauert. So dass die „Realität“, zu der wir konditioniert werden, ist nicht wahre Realität, sondern die Pose. Und dann wählen wir dauernd Menschen, die die Pose widerspiegeln. …

Empörung und der Protest gegen Ungerechtigkeit sind aus der Mode gekommen. Träume von Erfolg und Besitz haben die Träume von einer besseren und lebbaren Welt ersetzt. Unsere einseitige Ausrichtung auf Leistung, Stärke und Erfolg führt nicht nur dazu, dass wahre Lebendigkeit immer mehr aus unserem realen Leben verdrängt wird. Sie zerstört auch unsere Hoffnung auf eine bessere Welt.

Raubtierkapitalismus

Es geht schon eine Weile so und wird immer heftiger, wenn ich mich durch die morgendlichen Schlagzeilen kämpfe, bleibt mir der Kaffee im Halse stecken.

Da „dürfen“ sich Rentner über ein gutes Prozent mehr Rente „freuen“, Arbeitnehmer, wenn sie wenigstens annähernd so viel mehr Lohn bekommen, wie die Inflation auffrisst, schon Luftsprünge machen und dann liest man, der Bundestag will schon wieder eine Diätenerhöhung – in einem Umfang, von dem oben genannte Gruppen nicht ein mal in ihren kühnsten Träumen zu träumen wagen. 1000 Euro mehr in 2 Jahren … das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Die Große Koalition rechtfertigt die geplante Diätenerhöhung für Parlamentarier mit steigenden Beamten- und Richtergehältern. Doch die Argumentation steht im Widerspruch zum Abgeordnetengesetz – und führt den Wähler in die Irre.

(Quelle: Wie der Diätencoup die Öffentlichkeit täuscht)

Da wird Volkseigentum verscherbelt, auch wenn andere Staaten (siehe Neuseeland) längst begriffen haben, dass das ein Holzweg ist. Die Privatisierung der Bahn kann man nur verstehen, wenn man fragt: wer verdient daran?

Da bereichern sich einige Wenige völlig ungeniert und auch völlig ungestört auf Kosten der großen Mehrheit.

Inzwischen werden jährlich 135 Milliarden EUR vom Arbeitnehmer/Staat/Sozialversicherung wegverteilt. …

Fazit: Wäre die Verteilung zwischen Unternehmens- / Vermögenseinkommen einerseits und Arbeitnehmerentgelt andererseits in 2007 unverändert wie in 2000 geblieben, hätten sich Unternehmer / Vermögende gleich wie Arbeitnehmer um jeweils 20% Steigerung (nicht inflationsbereinigt) in den letzten 7 Jahren freuen können.

UND: das Arbeitnehmerentgelt hätte dann allein in 2007 um 135 Milliarden Euro höher gelegen!! Das hätte bedeuten können:

44 Mrd. Euro mehr für die Sozialversicherungskassen
(Renten, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung)
20 Mrd. Euro mehr Steuereinnahmen (Lohnsteuer)
71 Mrd. Euro mehr Nettolohn für die Verbraucher,
d.h. höhere Kaufkraft zu Stärkung unseres Binnenmarktes …

Herr Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler, kommentiert seine ganz ähnlichen Berechnungen in der Sendung vom Deutschlandradio 29.04.2008 wie folgt:

Das zeigt die gigantische Umverteilung. Das ist im Grunde des Pudels Kern. Darin liegt unsere Krise begründet und wenn wir dort nicht zur Besinnung kommen, dann werden wir unser Land noch weiter vor die Wand fahren.

(Quelle: Dramatischer Einbruch der Lohnquote: von 2000 bis 2007 um 8% gesunken!)

Aber, wer bitte soll da zur Besinnung kommen? Die dafür Verantwortlichen? Mir kann niemand erzählen, die wüssten nicht sehr genau, was sie tun und täten dies nicht mit voller Absicht. Und auch keiner, sie wüssten nicht, wohin das führt. Genau deshalb schreien sie nämlich nach immer mehr Überwachung, Einschränkung der Versammlungsfreiheit usw. usf.

Und erwartet euch bitte auch keine Unterstützung von denen, die vorgeben, Wächter, gar Erfinder von Moral und Ethik zu sein, den Kirchen. Die palavern zwar rührselige Worte, aber selbst eine der größten diakonischen Einrichtungen Europas sagt ihren Mitarbeitern kurz und bündig, dass sie nicht willens ist, die Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst zu übernehmen. Es sei halt kein Geld da. Basta. Seinen Einfluss für die Mitarbeitenden bei den Geldgebern geltend machen? Wo kämen wir da hin?! Rund 1,3 Millionen Menschen, die bei Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden arbeiten, sind im wahrsten Sinne des Wortes ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse, für die weder das Betriebsverfassungsgesetz noch Tarifverträge gelten.

Wie sagte Gerd Lüdemann so schön treffend?

Die freiheitlich-demokratischen Ideale und Werte, die sich jetzt auch im Grundgesetz finden, wurden während der Aufklärung gegen die sich auf Gott und Bibel berufenden Kirchen durchgesetzt. Und weder der Gott Jahwe des Alten Testaments noch der Vater Jesus Christi, noch beide in einer Person, noch Allah vertreten die Werte unseres freiheitlich-demokratischen Staates. Sie müssen sie erst noch erlernen.

Um es mit den Max Liebermann zugeschriebenen Worten zu sagen:

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Ach ja … schöne Pfingsten …

Die Klimawette

Klimaforscher des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und des Hamburger Max-Planck Instituts für Meteorologie (Noel Keenlyside, Mojib Latif et al.) sagen in einem Artikel in Nature eine vorübergehende Abschwächung der Erderwärmung voraus.

Dies wiederum hat nun der Klimaforscher Stefan Rahmstorf zum Anlass genommen, in seinem Blog eine Wette anzubieten:

Die Wette, die wir vorschlagen, ist ganz einfach und bezieht sich direkt auf die Voraussage, die Keenlyside et al. in ihrem Nature-Artikel über die globale Temperatur treffen. Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.

Das gleiche soll auch für ihre zweite Voraussage gelten. Erweist sich die Durchschnittstemperatur im Zeitraum zwischen 2005 und 2015 (*) als geringer oder gleich der Temperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*), zahlen wir ihnen 2500 Euro. Sollte die Durchschnittstemperatur höher sein, zahlen sie diesen Betrag an uns. Als Basis für den Temperaturvergleich sollen die HadCRUT3-Daten dienen, die auch die Autoren in ihrer Publikation verwenden.

Der Fairness halber sehen wir auch eine Ausstiegsklausel vor. Im Falle eines großen Vulkanausbruchs oder eines Meteoriteneinschlags auf die Erde, der die Temperaturen unter das Niveau von 1994-2004 drückt, ließen sich die Voraussagen von Keenlyside et al. nicht mehr verifizieren. Dann gilt die Wette als unentschieden.

Na, dann bin ich ja mal gespannt, ob die Wette angenommen wird und wie sie ausgeht … 😉

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